Dorfmuseum Schönwalde : Schulschluss für Renate Schäfer

Das Pult war immer Renate Schäfers Lieblingsstelle im Dorfmuseum.
Das Pult war immer Renate Schäfers Lieblingsstelle im Dorfmuseum.

Nach 25 Jahren hört die Museumspädagogin des Dorfmuseums Schönwalde auf. Nun sucht der Förderverein einen Nachfolger.

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02. November 2012, 11:43 Uhr

Schönwalde | Schluss, aus, vorbei: Ende des Jahres will Renate Schäfer als Museumspädagogin des Dorfmuseums Schönwalde aufhören. Mit dem Gedanken trage sie sich bereits seit zehn Jahren, berichtet die 75-Jährige. Und nun soll es so weit sein: "Ich muss jetzt auch mal an mich und meine Gesundheit denken."

Im Jahr 1972 kam Schäfer als Kunst- und Deutschlehrerin an die Schönwalder Hauptschule. Ein Jahr lang unterrichtete sie ihre Schüler sogar noch im jetzigen Dorfmuseum. Im September dann, aus der ehemaligen Schule war schon längst das Museum geworden, wurde sie vom Schulministerium dann für sieben Stunden in der Woche ins Museum abgeordnet. "Museumspädagogik" hieß der Auftrag. "Ich war damals die erste Frau in Ostholstein, die für so eine Aufgabe abgeordnet wurde", erinnert Schäfer sich. Im Laufe der Jahre wurden diese Stunden zwar immer weiter reduziert, die Liebe zur Aufgabe aber blieb. Und als Renate Schäfer 1998 in Pension ging, da "habe ich dann richtig losgelegt", sagt sie.
"Die Arbeit hier war wunderbar"

Jedes Jahr gab es eine Sonderausstellung, regelmäßig schulte Schäfer die ehrenamtlichen Helfer und begleitete die Sammlungskonzepte. Nicht zu vergessen die vielen Führungen für Schulklassen aus dem ganzen Land. In Spitzenzeiten kamen bis zu 6000 Kinder ins Schönwalder Dorfmuseum. "Die Arbeit hier war wunderbar, denn hier konnte ich all meine Konzepte verwirklichen. Nie hat mir jemand hineingeredet", schwärmt Schäfer.

Trotzdem soll jetzt Schluss sein. Und so muss sich der Förderverein des Dorfmuseums nach einer neuen Museumspädagogin umschauen. Dass diese die ganze Arbeit, anders als Schäfer, nicht mehr ehrenamtlich machen wird, darüber ist sich der Vereinsvorsitzende Hans-Joachim Michaelsen im klaren. Über die genauen Konditionen soll dann mit dem Nachfolger verhandelt werden. Fest steht hingegen schon, welche Anforderungen der oder die Neue erfüllen muss. Es muss nicht zwangsläufig wieder ein Pädagoge sein. "Aber er muss auf jeden Fall gut mit Kindern umgehen können", betont Schäfer. Enthusiasmus und Interesse an historischen Zusammenhängen schaden auch nicht, genauso wenig wie ein gewisses Durchsetzungsvermögen Schulkindern gegenüber. Und überhaupt: "Er muss Animateurqualitäten haben", fasst Schäfer zusammen. Die Belohnung dafür: "Die Arbeit mit den Kindern macht unheimlich viel Spaß", verspricht sie. Schwieriger seien da schon die Führungen für Erwachsene, fügt Schäfer hinzu. "Erwachsene werden auf der Schulbank immer so albern."

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