Eutin : Schulneubau – optimistischer Plan

Wisser-Schulleiter Sven Ulmer (links) führte den Schulausschuss und Vertreter der Grundschule durch die Gebäude.
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Wisser-Schulleiter Sven Ulmer (links) führte den Schulausschuss und Vertreter der Grundschule durch die Gebäude.

Bauamtsleiter Henning Schröter stellt Zeitschiene für den Umbau der Wisser-Schule sowie den Neubau am Kleinen See vor.

shz.de von
26. April 2018, 18:00 Uhr

Nicht genügend Platz für zeitgemäßen Unterricht, Schimmel und Nager, die der Substanz des gut 60 Jahre alten Schulgebäude schaden – die Mängelliste der Schule am Kleinen See, sowohl der Grund- als auch Gemeinschaftsschule ist lang. Davon haben sich vor dem Schulausschuss am Dienstagabend Vertreter von Politik, Verwaltung und Jugendparlament auf einer Führung überzeugt.

„Wir haben einen Neubau beschlossen und der muss auch so schnell wie möglich kommen“, sagte Ausschussvorsitzende Christiane Balzer (Grüne) als kurzes Fazit der Besichtigung.

In der Sitzung selbst stellte Bauamtsleiter Henning Schröter den Plan der Verwaltung vor, in welchem zeitlichen Rahmen der Neubau des Schulkomplexes am Kleinen See samt kleiner Turnhalle sowie der Anbau an der Wilhelm-Wisser-Schule in der Elisabethstraße nach dem Abriss der dortigen Turnhalle erfolgen kann. „Es ist ein realistischer aber auch optimistischer Zeitplan“, erklärte Schröter zu Beginn.

Der Bau der Dreifeldhalle am ehemaligen Güterbahnhof sei derzeit in der Ausschreibungsphase und – ebenso wie der Beschluss des Neubaus am Standort See – Voraussetzung für die Planung. Für den Neubau der Schule am Kleinen See möchte die Verwaltung einen Architektenwettbewerb ausloben. „Nur so hat man die Chance, dort das schönste und beste Gebäude zu errichten“, sagte Schröter. Laut Zeitplan rechnet er im Dezember dieses Jahres mit einem Gewinner des Wettbewerbs, danach könne die Entwurfsplanung beginnen. Laufen die Arbeiten der Fachplaner, die Genehmigungsverfahren sowie die Ausschusssitzungen reibungslos, rechnet Schröter mit einer Vergabe gegen Ende Mai 2020 und mit einem Baubeginn des Neubaus auf dem heutigen Sportplatz der Schule am Kleinen See in den Sommerferien 2020.

„Die Planungen an der Wilhelm-Wisser-Schule (WWS) am Standort Elisabethstraße laufen zeitgleich. Mit dem Unterschied, dass es dort keinen Architekturwettbewerb braucht, sondern nach Abbruch der kleinen Turnhalle dort einen Erweiterungsbau geben soll“, erklärte Schröter. Er wies darauf hin, dass die in Aussicht gestellte Förderkulisse, von der Bettina Hagedorn (SPD) bei ihrem Rathaus-Besuch gesprochen hatte, noch nicht bekannt sei. Hagedorn habe aber in Aussicht gestellt, dass die Mittel in etwa zwei Jahren fließen könnten. Aus momentaner Sicht sei das mit der Planungszeit gut vereinbar. Als realistische Bauzeit für den Neubau rechnet Schröter mit einem Jahr, „dann könnte der Umzug der Schüler in den Sommerferien 2021 erfolgen.“ Danach erfolge der Abriss und die Entsorgung, die er derzeit mit einem halben Jahr kalkuliere, weil die Diskussion um krebserregende Stoffe wie Naphthalin schon darauf hindeute, dass eine aufwendige, getrennte Entsorgung anstehe. „Wenn wir schneller mit dem Abriss sind, können wir den Sportplatz schneller bauen. Ich rechne aber derzeit damit, dass wir mit beidem in den Sommerferien 2022 fertig sind“, sagte Schröter.

Bei der WWS Standort am Berg, Elisabethstraße, rechnet Schröter derzeit mit identischem Baubeginn. „Die großen Themen sind hier der Brandschutz und die Barrierefreiheit, die wir mit dem Erweiterungsbau schaffen müssen. Was dann hineinkommt, ob Fach- oder Klassenräume, werden wir in Workshops mit der Schule erarbeiten. Das macht zusammen Spaß.“

Voraussetzung für die Realisierung des Plans sei der Abbruch der kleinen, wie Schröter nach der Besichtigung sagte, „gruseligen Turnhalle mit dem Charme der 50er/60er-Jahre. Und all das funktioniert erst, wenn die Dreifeldhalle pünktlich gebaut und fertiggestellt werden kann“, betonte Schröter. Die Unbekannten seien momentan die Fördertöpfe und deren Richtlinien, die gerade noch bearbeitet werden. „Es ist ein ehrgeiziges Ziel, an dem wir Sie künftig messen werden“, dankte die Ausschussvorsitzende für den ausführlichen Zeitplan. „Sie müssen aber auch die notwendigen Beschlüsse fassen, damit das klappt“, spielte Schröter den Ball zurück. Ob Lehrer, Kinder und Eltern auf eine Verbesserung der Situation in dieser Form hoffen können, bleibt bis nach der Wahl abzuwarten. Grundvoraussetzung für Neubau am See und Anbau am Berg ist die Dreifeldturnhalle. Wird dieser Beschluss mit geänderten Mehrheiten gekippt, war die jahrelange Planung der endenden Legislatur nicht nur vergebens, sondern beginnt mit der neuen Stadtvertretung von vorn.

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