Bösdorf : Schulmuseum ist Teil der Projektwoche

Klaus Tschirschwitz ließ die Kinder der Klasse 3a erforschen, wieviele Kinder damals in Pfingstberg in einer Klasse saßen.  Foto: Karl Hesse
Klaus Tschirschwitz ließ die Kinder der Klasse 3a erforschen, wieviele Kinder damals in Pfingstberg in einer Klasse saßen. Foto: Karl Hesse

Schüler der Klasse 3a besuchten am Mittwoch das Schulmuseum in der Gemeinde Bösdorf. Museumsleiter Tschirschwitz fürchtet unterdessen um Zukunft des Museums.

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07. April 2011, 11:23 Uhr

Bösdorf | "Schulgeschichte" steht im Mittelpunkt eines Projektes an der Breite-nauschule. So besuchten kürzlich Schüler der Klasse 3a das Schulmuseum der Gemeinde Bösdorf im Ortsteil Kleinmeinsdorf. Die erkundeten, wie Schule noch vor 60 Jahren war.

Klaus Tschirschwitz, ehemals Lehrer und engagiert beim Aufbau, Ausbau und Erhalt des kleinen Schulmuseums, erzählte, wie der Unterricht damals war. "Was schätzt Ihr, wieviel Schüler damals so eine Dorfschulklasse gehabt hat?" Beim Schätzen blieb es nicht. Eine Forschergruppe nutzte das restaurierte Klassenbuch der

Schule in Pfingstberg aus dem Jahr 1950 und stellte fest: 58 Schüler in 29 Zweierbänken wurden damals in einer Klasse unterrichtet.

So viele Grundschüler? Mit Erstaunen nahmen die Drittklässler auf, dass damals in den Dörfern alle Jahrgänge von Klasse 1 bis 9 in einem Raum unterrichtet werden mussten. Na ja, da mochten die heutigen Kinder dann doch nicht tauschen. Auch das Schreiben auf einer Schiefertafel oder das Rechnen mit einem Abakus (Kugelrechenmaschine) waren zwar interessant, aber als Dauerlösung doch nicht so willkommen.

Dass aber einmal im Monat ein Lerngang oder Ausflug gemacht werden musste, das fanden die Kinder wieder Klasse. Klaus Tschirschwitz, der als junger Lehrer auch noch in einer Schule unterrichtete, in der alle Jahrgänge in einer Klasse waren, konnte den Kindern natürlich viel berichten, so dass die Unterrichtsstunde wie im Flug vergangen war und der Wechsel mit der Feuerwehrgruppe anstand.

Da im kleinen Schulmuseum nur eine halbe Klasse zugleich Platz fand, war die andere Hälfte zu Gast bei der Gemeindefeuerwehr Bösdorf und erfuhr dort von Bürgermeister Joachim Schmidt und Gruppenführer Martin Schwabe alles über die Feuerwehr und die Jugendarbeit dort. Das Schulmuseum in Bösdorf hatte seinen Ursprung darin, dass bei einer Entrümpelung alte Schulsachen gefunden wurden, die vor dem Wegwerfen gerettet wurden.

Ein Raum im ehemaligen Rentnerwohnheim wurde hergerichtet und die Kartenschätze mit EU-Mitteln restauriert. Nach und nach wurde die Schule kompletter. Immer mehr Leute im Land hörten von dem kleinen Museum und boten weitere Schätze an. Zurzeit steht das gut besuchte Museum ein bisschen auf der Kippe. Werde nämlich das "Rentner-Wohnheim" verkauft, dann hätte das dort angesiedelte Schulmuseum keine Bleibe mehr, wie Klaus Tschirschwitz berichtete.

Auch für die Krabbelgruppe sieht es schlecht aus, die zurzeit ein Notquartier in einem Raum des Schulmuseums hat. Die Gruppe war bis zum Verkauf in der ehemaligen Kleinmeinsdorfer Schule untergekommen. Das Rentnerwohnheim ist das letzte gemeindeeigene Gebäude, das für solche Zwecke genutzt werden kann.

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