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Spende vom Weber-Gymnasium : Schulmöbel als Schatz für Pakistan

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Einrichtung von sechs alten Fachräumen des Weber-Gymnasiums werden an eine Schule in Peschawar gespendet.

Eutin | Nur wenige Tage noch, dann sitzen die Schüler des Eutiner Weber-Gymnasiums in neuen Fachräumen an neuen Tischen und arbeiten mit neuen Geräten. Doch auch über die Ausstattung der alten Räume werden sich Schüler freuen. Wenn auch nicht in Eutin, sondern im pakistanischen Peschawar. Heute werden die Einrichtungen in zwei Container verladen, Anfang Dezember werden sie ihr Ziel erreicht haben.

Im Dezember 2010 gründete der frühere Oberst Hans Joachim Gerber seine Hilfsorganisation „Pakistan – Hilfe zur Selbsthilfe“. „Vor rund 25 Jahren saß in der Führungsakademie ein junger pakistanischer Offizier neben mir“, erinnert sich der Bordesholmer. Aus dieser Begegnung entstand eine langjährige Freundschaft, in deren Verlauf Gerber oft in Pakistan zu Besuch war. Nach der großen Flutkatastrophe im Jahr 2010 entschloss er sich dann zu helfen und gründete mit einigen Freunden und Familienangehörigen seine Hilfsorganisation.

Anfangs bestand der Schwerpunkt darin, Lebensmittel zu verteilen und Häuser für die durch die Flut obdachlos gewordenen Familien zu bauen. „Nach einer Weile aber erkannte ich,
dass nicht Häuser die Lösung der Probleme sein können, sondern Bildung“, sagt der 68-jährige Gerber. 50 Prozent der Pakistaner seien Analphabeten, fügt er hinzu. So begann er, drei pakistanische Schulen mit Lehrmaterialien zu unterstützen.

Doch nicht nur Hefte und Stifte fehlen, oft sind nicht einmal Tische und Stühle vorhanden. Also wandte sich Gerber an die Schulämter in Schleswig-Holstein und fragte nach ausrangierten Klassenausstattungen.

Insgesamt sieben Schulen meldeten sich bei Gerber, unter ihnen das Eutiner Weber-Gymnasium. Denn die neu gebauten Fachräume bekommen auch eine komplett neue Ausstattung. Die teilweise bis zu 40 Jahre alten Möbel der früheren Räume sollten entsorgt werden.

Gerber hingegen freut sich über die alten Möbel. „Eine so gute Ausstattung haben in Pakistan manche Universitäten nicht einmal“, sagt er. Es sei das erste Mal, dass er Spenden in dieser Qualität bekomme. Drei komplett ausgerüstete Physik-, Chemie- und Biologie-Hörsäle sowie drei weitere Arbeitsräume haben Weber-Hausmeister Benjamin Denissow und sein Team auseinandergebaut und in der Tiefgarage zwischengelagert. Doch nicht nur Tafeln, Schränke und 21 Stuhlreihen stehen nun dort. Auch ein kleines Kinderlernrad hat Denissow dazugestellt. „Das lag einmal hier im Gestrüpp“, sagt er. Drei Tage lang dauerte es, bis die Arbeiter alle Klassenräume leer geräumt hatten. Normalerweise geht so etwas schneller – „aber da die Möbel gespendet werden, waren wir vorsichtiger als sonst“, so Denissow. Gerber ist von diesem Einsatz des Hausmeisters gerührt und begeistert. „Herr Denissow ist ein Goldstück“, so sei Urteil.

Lediglich zwei Stunden sind heute Vormittag für die Beladung von zwei 67-Kubik-Containern eingeplant. Sorgfältig hat Gerber Packpläne erstellt, damit jede Ecke ausgenutzt wird und alle Möbel verstaut werden können. Von Eutin aus werden die Container über Hamburg nach Karatschi verschifft. Dort sollen sie am 27. November eintreffen. Weitere vier Tage sind für den 1400 Kilometer langen Landtransport bis nach Peschawar eingeplant. Insgesamt 6000 Euro kostet es, die gespendeten Güter an ihren Bestimmungsort zu bringen. Auch diese Transportkosten werden über Spenden finanziert.

Im Januar will auch Gerber wieder nach Pakistan fahren und sich die Fortschritte an den Schulen ansehen. Denn er ist sich sicher: „Wir müssen den Kindern dort eine Zukunft geben.“

 

 

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.pakistan-hilfe.org

 

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erstellt am 17.Okt.2013 | 04:00 Uhr

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