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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 03:59 Uhr

Schulleiterin rückt Aussagen gerade

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Reaktion auf CDU-Pressemitteilung im Schulausschuss: Fusion hätte keinen Vorteil bei der Zahl der Lehrkräfte gebracht

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 14:07 Uhr

Ein Nachspiel hatte die Pressemitteilung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Werner Salomon zu sinkenden Schülerzahlen an der Schule an den Auewiesen. Salomon sah darin Befürchtungen bestätigt, dass die Gemeinschaftsschule schneller als erwartet unter sinkenden Schülerzahlen leiden würde. Dieses Szenario sei von den Gegnern einer Fusion mit der Hutzfelder Schule immer bestritten worden, kritisierte Salomon, der auf eine Reihe vermeintlicher Folgen aufmerksam machte, wie weniger Planstellen, den Verlust einer Koordinatorenstelle, Wahlpflichtkursen, die nicht mehr angeboten werden könnten, und eine niedrigere Besoldung des Schulleiters.

Dem widersprach jetzt bei einer Sitzung des Schulausschusses die amtierende Schulleiterin Astrid Fock in mehreren Punkten. Zwar sei es richtig, dass die Schülerzahl im Schuljahr 2014/15 sinken werde. Derzeit habe die Schule 379 Schüler, für das kommende Schuljahr rechne sie mit 357 Schülern. Dieser Rückgang sei auf kleinere Grundschuljahrgänge der jetzigen Klassenstufe 4 und große Abschlussklassen zurückzuführen.

Ein Abbau von Lehrkräften hätte aber auch durch eine Schulfusion nicht aufgehalten werden können, stellte Astrid Fock klar: „Die Lehrerzuweisung erfolgt nur nach Schülerzahl, egal ob es sich um eine eigenständige Schule oder eine Zweigstelle handelt.“ Außerdem sei auch Malente von der Kürzung von Planstellen an den Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein betroffen. Derzeit gebe es an der Schule 36 Lehrkräfte. Während alle verbeamteten an der Schule blieben, würden wahrscheinlich zwei befristete Angestelltenverträge nicht verlängert.

Auf die Besoldung des Schulleiters habe der zu erwartende Schülerrückgang keinen Einfluss: „Die Schulleiterstelle ist bereits mit der neuen Besoldungsgruppe ausgeschrieben worden, so dass keine Rückstufung erfolgen wird.“ Nichts ändern werde sich außerdem an der personellen Ausstattung der Schulleitung: Seit dreieinhalb Jahren werde die Schule von einem dreiköpfigen Schulleitungsteam geleitet, dabei bleibe es. Das gelte auch für den Unterricht: „Das Angebot mit unterschiedlichen Wahlpflichtkursen ab Klasse 7 wird selbstverständlich in bestehendem Umfang weitergeführt.“

Deutliche Kritik war aus den Worten von Astrid Fock an der Pressemitteilung der CDU herauszuhören: Sie wünsche sich, dass die Berichterstattung über die Schule nicht durch Pressemitteilungen aus Reihen der Gemeindevertreter konterkariert werde. „Eine schlechte Presse kann jederzeit dazu führen, dass Eltern ihr Kind woanders anmelden“, warnte Fock. Sie forderte die Kommunalpolitiker auf, sich direkt an die Schule zu wenden: „Wir haben immer ein offenes Ohr.“

Auch bei anderen Ausschussmitgliedern stieß die CDU-Mitteilung auf Kritik. Der Pressebericht schade auch den Gemeindevertretern, befand Ingo Wagner (Grüne) und Karin Bröhl (Freie Wähler Malente) befand: „Dieser Artikel war schon ein bisschen blöd. Da wurde gesagt: Da seht ihr,
was ihr angerichtet habt.“
Da Fraktionschef Salomon selbst nicht anwesend war, sprang Peter Blenski in die Bresche. Er konnte „nichts Falsches“ in dem Bericht erkennen.

Nicht zu bestreiten ist, dass die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren rückläufig waren. Im Jahr 2008 (Stichtag September) waren noch 430 Schüler an der Schule, wie aus einer Vorlage der Verwaltung hervorgeht, 2013 waren es noch 372. Warum der Schulentwicklungsplan für 2014 gar noch mit einem Anstieg von (für 2013 angenommenen) 392 Schülern auf 420 Schüler rechnet, blieb unklar. Dafür hatten weder Schulleiterin Astrid Fock noch Bürgermeister Michael Koch eine Erklärung.

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