Eutin : Schule und Wirtschaft Hand in Hand

„Was junge Leute heute lernen, kommt uns morgen zu gute“, sagt Waltraud Wende.
1 von 3
„Was junge Leute heute lernen, kommt uns morgen zu gute“, sagt Waltraud Wende.

Zehn Jahre Kooperation des Landes mit der Siemens AG / Ministerin Waltraud Wende zu Gast bei Feierstunde in Eutin

Avatar_shz von
03. Juli 2014, 04:30 Uhr

Sie sind eine große Familie geworden – eine Siemens-Familie. Als „eine Auszeichnung“ sei dieser Name zu verstehen, sagte Dr. Waltraud Wende gestern in der Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Kooperation zwischen der Siemens AG und dem Land Schleswig-Holstein. „Erhebliche finanzielle Mittel“ habe das Unternehmen durch Workshops, Unterrichtsmaterialien und den technischen Beistand in die Lehrerfortbildung investiert. Wie viel genau, sei nicht zu beziffern, sagte Roland Scheuerer, Leiter der Siemens-Abteilung „Automation Cooperates with Education“, auf Nachfrage.

Was haben die Schule, die Lehrer und letztlich die Schüler von der Kooperation, die dazu beitragen soll, dass sich die Fortbildung der Lehrer stärker an der betrieblichen Praxis orientiert und über technische Innovationen informiert? „Die Kooperation qualifiziert die Lehrkräfte für ihre Arbeit“, sagte Wende, die – nimmt man ihre Rede zum Maßstab – angesichts einer Bandbreite vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz bis zur Solarstrom-Gewinnung eher als Energiewendeminister zu Gast in der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin war.

Die Bildungsministerin betonte, dass die Schulen der Lieferant für zukünftige Fachkräfte seien. „Was junge Leute heute lernen, kommt uns morgen zu gute“, sagte Wende. Das sah auch Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen so: „Unsere Schüler sind die Gesellen und Meister von morgen.“

Siemens als willkommener Partner von Bildungseinrichtungen quer durchs Land – 52 Fortbildungsveranstaltungen habe es in den zehn Jahren gegeben, mehr als 630 Lehrer haben sich daran beteiligt, bilanzierte der Siemens-Mitarbeiter. Ziel sei es, dass „möglichst viele Fachkräfte modern ausgebildet sind“, sagte Scheuerer. Und Stephan Jansen, Leiter des Landesseminars Berufliche Bildung, springt ihm zur Seite: „Damit das Land wettbewerbsfähig ist und Schüler wissen, wie der technische Fortschritt aussieht“, sei die Kooperation eine wichtige Sache.

Die Kooperation soll weiter ausgebaut werden – so zumindest bekundeten es gestern die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung. Insbesondere im Hinblick auf den effizienten Einsatz von Energie. „Sie packen wichtige Themen unserer Zeit an“, lobte Wende das Engagement von Siemens und zeigte sich „beeindruckt, wie kreativ Schulen sich dem Thema Energieeffizienz angenommen haben“.

Damit die Lehrer wissen, was sich auf diesem und weiteren Sektor tut, sei die Kooperation 2004 ins Leben gerufen worden. Doch wie weit geht der Einfluss der Siemens AG? Sponsoring ist erlaubt, Werbung nicht – das regelt das Schulgesetz. Im Paragraf 29 sei festgelegt, dass „jede Beeinflussung von Schülern zu unterbinden ist“, sagt Thomas Schunck, Sprecher des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Ein bisschen Werbung musste gestern dann doch sein: Einen Werbefilm über Windparks auf der Nordsee, klar definierte Wertevorstellungen und Einblicke in das Unternehmen gab es in der Feierstunde. Am Lernträger – einer langen Schalttafel in einem Unterrichtsraum – hingegen war Werbung für Siemens nicht zu erkennen. In den Köpfen hingegen wird das Namensschild der „großen Siemens-Familie“ sicherlich gut in Position gebracht worden sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen