Eutin : Schützen zeigen ihre Schätze

Am Achtmanntisch zeigen Major Dieter Schönke (v.  li.), Vorsteher Andre Meyer, seine Majestät König Jürgen Kehr und Wortführender Vorsteher Heiko Godow die Ballotage samt Kugeln und Medaillon.
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Am Achtmanntisch zeigen Major Dieter Schönke (v. li.), Vorsteher Andre Meyer, seine Majestät König Jürgen Kehr und Wortführender Vorsteher Heiko Godow die Ballotage samt Kugeln und Medaillon.

Eutiner Schützengilde präsentiert im Schloss historische Exponate in zwei Ausstellungsräumen. Am Wochenende findet Drei-Länder-Schießen statt.

shz.de von
19. Juni 2018, 17:16 Uhr

Es war schon ein kleiner Kraftakt, den König Jürgen und der Wortführende Vorsteher der Schützengilde Heiko Godow auf sich nahmen, um ein Abbild des Vogels, auf dem durch Schießen alljährlich die neue Majestät auserkoren wird, in die zweite Etage des Eutiner Schlosses zu wuchten. Das Achtmannzimmer, das die Eutiner Schützenbrüder in ihrem 350. Jahr des Bestehens unterm Dach eingerichtet haben, birgt lauter Schätze.

Noch ist es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, „aber es ist geplant und das freut uns“, sagt Godow. Major Dieter Schönke plante etwa ein Dreivierteljahr, um zu wissen, was wo und wie präsentiert werden kann. „Früher hatten wir auch ein Zimmer im Schloss, das glich aber eher einem Archiv, in dem die Schätze in Noppenfolie gehüllt, verwahrt wurden. Heute ist das ein richtiger Ausstellungsraum. Und dass das dank Unterstützung der herzoglichen Familie sogar im Jubiläumsjahr geklappt hat, ist ziemlich genial“, freute sich Godow.

Die Eutiner Schützengilde von 1668 zeigt in den beiden Räumen im zweiten Obergeschoss nicht nur die historischen Waffen, Uniformen und Schützenkönige der letzten Jahrzehnte, sondern auch das Achtmann-Gestühl samt Eichentisch, die Ballotage sowie den originalen Königsschmuck, der immer wieder pünktlich zum Schützenfest aus der Vitrine geholt und von der Majestät getragen wird. Die Ballotage, eine Holzkiste mit hellen und dunklen Holzkugeln, wird noch heute zur Abstimmung genutzt, ob ein Anwärter in die Bruderschaft aufgenommen wird oder nicht. „Jeder, der stimmberechtigten Achtmänner, hat eine helle und eine dunkle Kugel“, erklärt Godow. Beim ersten Wahlgang wird abgestimmt und nachdem das Ergebnis angeschaut wurde, lässt jeder Schützenbruder die zweite Kugel in die Kiste fallen.

Dass das historische Gestühl, zumindest sieben der einst acht Sitze, mit Rosshaar-Polsterung und aufwendig geschnitzter Lehne noch erhalten ist, verdanken die Schützen ihrem Gespür. „Als das Voss-Haus geschlossen war, wollten wir diese Schätze anders untergebracht wissen und brachten sie ins Schloss. Zum Glück, sonst wäre alles verbrannt“, sagte Schönke.

Neben dem Königsschmuck wird auch das herzogliche Besteck sowie ein Zinnteller mit -kanne zum Schützenfest aus der Vitrine geholt. Aus letzterer, das ist Tradition zur Königsproklamation, wird Rotwein ausgeschenkt.

Wer mag, kann sich die Schätze der Schützengilde und ihre historischen Wurzeln, im Schloss anschauen (Anfrage unter Tel. 04521/70950). Die ersten Besucher werden an diesem Wochenende die befreundeten Schützen aus Kastelbell und Sonthofen sein. Im 350. Gildejahr kommen sie am Freitagabend nach Eutin, um am Samstag und Sonntag den Drei-Länder-König auf dem Dechantshorst zu ermitteln.

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