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Eutin : Schüler schnuppern am „wahren“ Berufsleben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jugendliche der Weber-Schule absolvieren zweiwöchiges Betriebspraktikum in verschiedensten Betrieben.

Das erste Mal die anstrengende Arbeitswelt der Erwachsenen erkunden – Wie sich das anfühlt, durften die Neuntklässler des Carl-Maria-von-Weber-Gymnasiums die letzten zwei Wochen am eigenen Leibe erleben. Dafür mussten sie sich bei einem Betrieb ihrer Wahl im näheren Umkreis von Eutin, sofern sie sich rechtzeitig gekümmert hatten, für ein Praktikum bewerben.

„Durch das Betriebspraktikum konnten die Schüler überprüfen, ob der vermeintliche ‚Traumberuf‘ tatsächlich so traumhaft ist, wie sie sich ihn vorgestellt haben – oder aber nicht“, erklärt Frank Petzold, der Wirtschaft-Politik-Lehrer an der Weberschule ist. Er hat die 76 Jugendlichen der drei Klassen in seinem Unterricht auf das Praktikum vorbereitet. „Von solchen Erkenntnissen hängen oft weitere wichtige Lebensentscheidungen ab.“ Außerdem solle durch Praktika die theoretische Wissensvermittlung des Unterrichts „erlebbar“ gemacht und damit um wesentliche Aspekte der künftigen Lebensrealität der Schüler ergänzt werden, so Petzold. Das Betriebspraktikum ist für jeden Schüler der 9. Klasse Pflicht.

Thore Steenken arbeitete die zwei Wochen über in der Kinderarztpraxis von Dr. StefanJonas. Er ist sich sicher: „Man gewinnt jede Menge Lebenserfahrung, weshalb so ein Praktikum sehr sinnvoll ist.“ Vor allem der Kontakt zu den Menschen habe ihm Spaß gemacht. Des Weiteren fand er es spannend, bei den Behandlungen der jungen Patienten zuzusehen. Seine Aufgaben bestanden sowohl in Aktensortierung als auch in Patientenbetreuung.

Eine umfassende theoretische Einführung in die Arbeit eines Juristen bekam Julius Herold im Amtsgericht Eutin. Dort durfte er bei diversen Verhandlungen und einer Zwangsversteigerung dabei sein. „Ich finde es sehr interessant, mit den Gesetzen zu arbeiten“, meint der 14-Jährige. Zusammen mit seinem Klassenkameraden Juri Vogel, der ebenfalls im Amtsgericht sein Praktikum absolvierte, habe er die wesentlichen Aufgaben und den Aufbau des Amtsgerichts erläutert bekommen.

Auch James Walker kann einiges aus seinem Praktikum mitnehmen. Er verbrachte seine zwei Wochen bei der Sparkasse, wo er eine Reihe von Aufgaben übernahm, wie zum Beispiel die Post zu machen, den Kunden am Automaten zu helfen oder Überweisungsträger zu bearbeiten. „Ich habe einen guten ersten Einblick in das Unternehmen bekommen“, betonte Walker.

Zum Ende hin soll jeder Schüler einen mehrseitigen Praktikumsbericht verfassen, in dem er seine Erfahrungen schildern, aber auch Fakten zum Betrieb auflisten soll. Dieser Bericht kann auch später den Bewerbungen beigelegt werden, damit die Arbeitgeber realisieren, dass der Bewerber schon praktische Erfahrung in der Vergangenheit gesammelt hat. Dies sei vielen Unternehmen wichtig, meint auch Frank Petzold, der das Praktikum seit drei Jahren an der Weber-Schule organisiert.

 

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erstellt am 12.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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