zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 04:04 Uhr

Malente : Schüler „retten“ das Weltklima

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bei einer Simulation zur Klimakonferenz im Hamburger Schauspielhaus schlüpften Malenter Schüler in die Rolle von Unterhändlern

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 14:35 Uhr

Versuche der Staaten, die Erwärmung des Weltklimas zu begrenzen, sind bislang eher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Für ihre mageren Verhandlungsergebnisse ernteten die Staaten stets viel Kritik. Wie schwer es jedoch tatsächlich ist, in Sachen Klimaschutz auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, haben Schüler und Lehrkräfte der Malenter Schule an den Auewiesen nun im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg am eigenen Leib erfahren.

In dem Theater hatte das Künstlerkollektiv „Rimini Protokoll“ den Ablauf der kommenden UN-Klimakonferenz mit 196 Staaten, die vom 30. bis 11. Dezember, in Paris stattfinden wird, zu einer dreistündigen Simulation verdichtet. Die Schule an den Auewiesen machte als Teilnehmer des Projekts „KlimaKunstSchule“ des Vereins „Bildungscent“ bei der Simulation mit.

Am Eingang des Theaters wurden die Schüler in Zweiergruppen einem Teilnehmerland zugelost. Es galt, dieses würdig zu vertreten und die Interessen des jeweiligen Landes zu verfolgen. Die Delegierten informierten sich in einer Broschüre über ihr Land. Für die Malenter waren es die Länder Nepal, St. Lucia, Paraguay, die Vereinigten Arabische Emirate, Niger, Portugal und Tadschikistan.

In szenischen Darstellungen wurden klimatische Besonderheiten wie Dürre oder Gletscherschmelze erfahrbar gemacht. Die Teilnehmer trafen sich zu Strategiebesprechungen mit 18 echten Experten aus der Klimaforschung, der Politik und den gesellschaftlichen Organisationen. Auch der bekannte Klima- und Ozeanforscher Mojib Latif vom Geomar in Kiel stand Rede und Antwort.
In wechselnden Interessensgruppen, die nach Erdteil oder Klimabedingungen zusammengestellt waren, galt es, Gleichgesinnte zu finden.

Am Ende fassten die Delegierten einen gemeinsamen Beschluss. Zum Leidwesen aller erfüllte aber auch dieser nicht die Anforderungen der dringend notwendigen Zwei-Grad-Grenze, die sich auf die maximale Erwärmung der Erde bis 2050 bezieht.

Der Perspektivwechsel, der von allen Beteiligten vorgenommen werden musste, ist eine unschätzbare Erfahrung für das Verständnis der echten Klima-Verhandlungen und deren meist enttäuschenden Verabredungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen