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Eutin : Schrott ohne Bezahlung abtransportiert – Freispruch

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Staatsanwalt und Verteidiger waren sich einig: Eine Elektrofirma in Malente ist im Juni 2014 Opfer eines betrügerischen Schrotthandels geworden.

Doch in der Frage, ob der deswegen vor Gericht stehende Mann aus Kiel der wahre Schuldige sei, gingen die Meinungen auseinander. Am Ende sprach Richter Otto Witt den Angeklagten trotz einschlägiger Bewährungsstrafen frei.

Der Sachverhalt war flink geklärt: Der 29-jährige Kieler hatte bei dem Elektrohändler angefragt, ob er Altmaterialien zu verkaufen habe. Man kam ins Geschäft: Neben 500 kg Kupferleitungen sollten diverse Elektromotoren, Batterien und Baugeräte den Besitzer wechseln, zu einem Gesamtpreis von 3250 Euro.

„Alles machte einen vernünftigen, seriösen Eindruck“, sagte der Elektromeister als Zeuge. Zum Abtransport sei der Angeklagte dann mit zwei Begleitern erschienen, von denen einer „wie der Chef wirkte“. Der habe noch weiteres Altmaterial kaufen wollen und dafür vernehmbar am Telefon Geld sowie einen zusätzlichen Lkw aus Kiel geordert. Doch dazu kam es nicht: Das Trio fuhr mit einer Ladung von dannen, ohne zu bezahlen.

Die beiden Begleiter, Bruder und Cousin des Kielers, meldeten sich überraschend als Zeugen bei Gericht, obwohl sie selbst jetzt mit einer Anklage rechnen müssen. Ihren Angaben gemäß hatten die Brüder nicht genug Geld für den Schrottkauf und auf den Cousin gesetzt. Der gab aber an, nur 100 Euro mit nach Malente genommen zu haben.

Der Staatsanwalt sah „die klassische Machart eines Betruges“ erfüllt, zu sühnen mit acht Monaten Haft. Der Verteidiger forderte Freispruch, weil sein Mandat niemanden habe schädigen wollen. Wegen letzter Zweifel an der Schuld urteilte Richter Witt dann mit einem „Freispruch zweiter Klasse“.

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erstellt am 25.Aug.2015 | 12:00 Uhr

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