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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 04:06 Uhr

Schon wieder Pfusch beim Brückenbau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neue A23-Störbrücke muss saniert werden / Es drohen ein Jahr Behinderungen

shz.de von
erstellt am 01.Mai.2014 | 18:16 Uhr

Die vor vier Jahren eröffnete Autobahnbrücke über die Stör bei Itzehoe war für den damaligen Bundesverkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann ein „architektonisch sehr gelungenes Bauwerk“ – doch nun stellt sich heraus, dass es nicht ganz so gelungen ist wie erhofft: Schon kurz nach der Einweihung sind erste Mängel aufgetreten. Die Farbe blättert ab, der Rostschutz für die 33 Millionen Euro teure Stahlbrücke leidet.

Das geht aus der Antwort von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer auf eine Anfrage der CDU im Landtag hervor. Meyer hat damit das nächste Brückenproblem nach der morschen Rader Hochbrücke. Zwar sei die Farb- und Rostschutzbeschichtung der Störbrücke „von der Bundesanstalt für Straßenwesen zugelassen“, schreibt Meyer der CDU. Dennoch habe man bereits ein Dreivierteljahr nach Freigabe der Brücke „erste punktuelle Ablösungen“ festgestellt. Deshalb sei die zuständige Baufirma Eiffel aufgefordert worden, „den Mangel zu beheben“. Dazu müsse die Farbschicht ganz entfernt und die Brücke neu gestrichen werden. Das werde „zirka ein Jahr“ dauern. Es könne zu „Verkehrsbehinderungen“ auf der täglich von 30 000 Autos befahrenen Brücke kommen. Die Sanierung soll bis zur Eröffnung der zweiten Störbrücke Ende 2015 erledigt sein.

Obwohl die erste Brücke zwischen 2006 und 2010 unter CDU-Ministern geplant und gebaut wurde, schimpft CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp nun wegen der Baumängel auf SPD-Mann Meyer: „Wie lange will der Minister diesem ständigen Pfusch noch zusehen?“ Keine Straße im Land werde ohne Mängel übergeben, kritisiert Arp: „Eine anständige Bauaufsicht würde das verhindern.“

Meyer hält dagegen, dass Mängel innerhalb der fünfjährigen Gewährleistungsfrist kostenlos von den Baufirmen zu beheben seien. Dafür liege dem Land als Sicherheit eine Bürgschaft über 1,5 Millionen Euro vor. Die Reparaturkosten schätze man auf eine Million, so Meyers Sprecher. Und für die zweite Störbrücke hat der Minister eine weitere Vorsichtsmaßnahme getroffen: Dort werde ein anderer Rostschutzanstrich verwendet.

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