Bosau : Schon wieder Insel "umgepflügt"

Die Wildschweine haben die Grasnarbe auf dem Bischofswarder wie schon im Vorjahr umgepflügt und hohen Schaden angerichtet.
Die Wildschweine haben die Grasnarbe auf dem Bischofswarder wie schon im Vorjahr umgepflügt und hohen Schaden angerichtet.

Erneut muss die Grasnarbe auf dem Bischofswarder für den bevorstehenden Weidebetrieb kostenintensiv aufbereitet werden

Avatar_shz von
06. April 2013, 09:14 Uhr

Bosau | Der Bischofswarder kommt nicht zur Ruhe. Wieder sind Wildschwein-Rotten über die nur noch etwa vier Hektar große Insel zwischen Bischofssee und Großer Plöner See hergezogen und haben das Gras umgepflügt. Auf der Suche nach Nahrung haben sie ein wahres "Schlachtfeld" hinterlassen.

Der Warder befindet sich im Besitz der Kirchengemeinde Bosau, die das Eiland an einen Landwirt aus Behrensdorf verpachtet hat. Der lässt dort Highland-Rinder aber auch Schafe weiden. Schon im vergangenen Jahr gab es Probleme mit den Wildschweinen - und in diesem Jahr wird es sie wieder geben.

Mittlerweile ist der Bischofswarder zu 80 Prozent mit Johanniskreuzkraut bewachsen. Nach Beobachtungen von Fachleuten haben damit schon die Rinder ihre Not. Sie weichen zum Fressen manchmal sogar von der Insel direkt nach Bosau aus. Die Gänse pflückten die Blätter des Johanniskreuzkrauts auf der Insel und das Heu werde von den Rindern gefressen. Davon allerdings würden die Wiederkäuer krank. Vorstellbar sei aber auch, dass die Insel verbusche. Dann allerdings wäre der schöne Blick von Bosau hin zum Schloss Plön versperrt.

Für das Wild sind die Jäger zuständig. So auch auf dem offensichtlich schwer zu bejagenden Bischofswarder. Nahezu ungestört suchen die gefräßigen Rüssler dort nach Nahrung. Im Winter kommen sie von Ruhleben über Waldshagen auf die Insel - über das Eis oder bei freiem Wasser auch schwimmend.

Im vergangenen Jahr hat die Herrichtung der Grasnarbe nach OHA-Informationen rund 1600 Euro gekostet. Daran haben sich die Jäger mit einem Zuschuss von 600 Euro beteiligt. In Überlegung ist jetzt ein neues Konzept für die Insel auf sandigem Grund. Hier kam die Stiftung Naturschutz ins Gespräch.

Vor knapp zehn Jahren war Bischofswarder noch neun Hektar groß. Vermutlich wegen des hohen Wasserstandes im Großen Plöner See und damit verbundenen Auswaschungen der von den Rindern ausgetretenen Ufer hat sie immer mehr an Größe verloren. In ihrer Sommerweidezeit brachen die Rinder auch immer wieder mal aus. Doch nicht nur Rinder liefen in Bosau herum. Selbst unterhalb der St.-Petri-Kirche mussten die Jäger schon Wildschweine schießen.

Thema waren der Bischofswarder und die Wildschweine auch auf der jüngsten Versammlung der Jagdgenossenschaft Bosau. Die dortige Meinung: Die Insel soll aus der Bejagung herausgenommen werden. Das gelte bereits für den Bischofssee und könnte auf den Warder ausgedehnt werden. Nur in Notfällen dürften dort die Jäger noch schießen - also, wenn ein Tier vor Qualen bewahrt werden kann.

Um den Bischofswarder aus der jagdlichen Nutzung herauszunehmen, ist die Zustimmung des Eigentümers erforderlich. Pastorin Bitterwolf sagte dem OHA, die Stiftung Naturschutz habe kein Interesse daran, den Bischofswarder zu übernehmen. So bleibe die Insel Sache der Kirchengemeinde als Eigentümer. Die Kirche wolle das Landschaftsbild erhalten und die Beweidung der Insel fortsetzen. Und damit müssen auch die dort für das Wild verantwortlichen Waidmänner weiterhin zahlen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen