Schönwalde will Planungshoheit behalten

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28. August 2018, 13:50 Uhr

Die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes „Bungsberg mit Vorland“ durch den Kreis Ostholstein löste bereits bei deren Ankündigung und vorläufigen Sicherstellung Ende 2016 keine Freude in Schönwalde aus. Nun beschäftigte das Thema den Bauausschuss.

Das Schutzgebiet soll nahezu die gesamte Fläche der Gemeinde umfassen – außer Mönchneversdorf, Langenhagen, Halendorf und Schönwalde – sowie ein Windpark im Südosten und das ebenfalls südöstliche Gebiet um Hobstin. Dadurch würden Entwicklungschancen vereitelt. „Wir wollen unsere Planungshoheit behalten“, hieß es einhellig. Daran änderte auch der Bericht von Moritz-Alexander Hanssen nichts. Zusammen mit Hans-Joachim Halske (beide CDU) war er bei Landrat Reinhard Sager vorstellig geworden. Dort sei ihnen unmissverständlich mitgeteilt worden, dass das Landschaftsschutzgebiet nicht aufzuhalten sei. Lediglich eine begründete Herausnahme von Flächen wäre möglich. Zur Ausformulierung der Stellungnahme, die bis Ende September beim Kreis eingehen muss, will man sich nun Rat bei einem renommierten Fachanwalt für Verwaltungsrecht holen. Hanssen sah in der Ausweisung des Schutzgebietes keine Vorteile für die Gemeinde. Er befürchte, es handle sich nur um den Einstieg in eine noch weitreichendere Unterschutzstellung. Eine Zweckänderung der Satzung sei ohne politische Mitwirkung jederzeit möglich, warnte Hanssen. Er glaube nicht, dass die alleinige Existenz des Schutzgebietes den Tourismus an den Bungsberg bringen werde. Michael Schumacher (CDU) sah die Ansiedlung von Gewerbe oder die Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in Gefahr: „Den Aufwand von Planungen innerhalb des Schutzgebietes können sich nur große Investoren leisten. Die wollen wir hier aber nicht haben, sondern es selber machen.“ Dieter Zerbin (SPD) sarkastisch: „Wir können nur noch in Schönheit sterben.“

Ein von der Gemeinde geplantes Gemeindeentwicklungskonzept würde nach Einschätzung der stellvertretenden Bürgermeistern Bärbel Seehusen (SPD) im Keim erstickt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Seehusen, Zerbin, Hanssen und Schumacher, soll nun ausloten, welche Möglichkeiten die Gemeinde in der Stellungnahme an den Kreis hat.

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