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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 02:38 Uhr

Schönwalde stochert touristisch im Nebel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fremdenverkehrsverein beschließt Auflösung / Gemeinde gründet Arbeitskreis

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 15:44 Uhr

Der Fremdenverkehrsverein in Schönwalde ist bald Geschichte. Einstimmig votierten am Dienstagabend acht Mitglieder für die Auflösung des Vereins – übrigens nicht zum ersten Mal: Ein bereits im Spätsommer getroffener Auflösungbeschluss war vom Registergericht Lübeck wegen formaler Mängel nicht akzeptiert worden.

Auch bei der Neuauflage holperte es zunächst. Da zur angesetzten Zeit die satzungsgemäß erforderliche Mitgliederzahl nicht im Anbau der alten Jugendherberge erschienen war, vertagte der Vorsitzende Winfried Hamer die Versammlung. Und berief sie, wie mit den Einladungen angekündigt, nach einer halben Stunde neu wieder ein. In Anwesenheit von Bürgermeister Hans-Alfred Plötner wurde dann das Aus für den Verein beschlossen.

Darüber war seit 2009 immer wieder diskutiert worden. Damals hatte Alexandra Schnoor den Vorsitz des Fremdenverkehrsvereins übernommen und für einige Jahre Ruhe in die Führung gebracht. Als sich 2013 kein Nachfolger für sie fand, stand das Aus erneut im Raum, bis sich Wilfried Hamer fürs Führungsamt zur Verfügung stellte. Unstimmigkeiten innerhalb des achtköpfigen Vorstandes führten jetzt zu den neuerlichen Diskussionen über eine Auflösung.

Das Thema beschäftigte auch die Gemeindevertreter im Sozialausschuss. Dort blieben zahlreiche elementare Fragen offen. So tappten etliche Kommunalpolitiker ob der Mitgliedschaften von Gemeinde und Verein in touristischen Gremien im Dunkeln. Einzig klar war die Mitgliedschaft der Gemeinde Schönwalde in der Lokalen Tourismusorganisation, dem Zweckverband „Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz“ für jährlich 12 000 Euro. Ein Arbeitskreis soll nun eine Übersicht zu Schönwaldes gewollte Aktivitäten im Tourismus liefern. Eine Tendenz wurde im Sozialausschuss erkennbar: Schönwalde soll weiterhin einen eigenen touristischen Internetauftritt haben – eine der Aufgaben, die neben der Erstellung des Gastgeberverzeichnisses bisher der Fremdenverkehrsverein übernommen hatte.

Bei der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz laufen bereits die Vorbereitungen für die kommende Saison. Per Köster, Chef der Tourist-Info Eutin, bedauerte den bislang geringen Anschluss von Vermietern am Bungsberg ans Buchungsportal des Verbandes. Die isolierte Vermarktung kleiner Orte sei nicht mehr erfolgversprechend. Er trat Befürchtungen wegen zu hoher Provisionen entgegen: „Die Vermieter haben kein finanzielles Risiko. Sie zahlen erst, wenn sie auch durch uns verdienen.“

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