Schönwalde richtet Flüchtlings-Café aus

Im Gemeindesaal der Schönwalder Kirche (Foto) sollen regelmäßige Begegnungen mit Flüchtlingen stattfinden.
Im Gemeindesaal der Schönwalder Kirche (Foto) sollen regelmäßige Begegnungen mit Flüchtlingen stattfinden.

In der Bungsberggemeinde gibt es eine gemeinsame Aktion für Asylsuchende

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12. Januar 2015, 12:15 Uhr

Gemeinsam wollen Gemeinde, Arbeiterwohlfahrt (Awo), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Kirchengemeinde die Betreuung von Flüchtlingen am Bungsberg verbessern. Bei einem Info-Abend, zu dem kürzlich fast 80 Menschen in den Kirchengemeindesaal kamen, wurden regelmäßige Treffs mit Café-Charakter beschlossen. Die erste Zusammenkunft mit Asylsuchenden ist für Sonnabend, 24. Januar, um 15 Uhr bei Kaffee, Tee und Kuchen im Gemeindehaus der Kirche geplant.

Mit regelmäßigen Begegnungen soll am Bungsberg ein Rat von Uwe Wille umgesetzt werden: Der für Aylbewerber zuständige Mitarbeiter des Kreises nannte „Begegnung vor Material“ als Kernaussage. Es sei wichtig, Kontakt zu den Flüchtlingen herzustellen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dazu zu gehören.

Das Amt Ostholstein-Mitte erwartet in diesem Jahr die Ankunft von 25 Asylbewerbern. 14 seien bereits untergebracht, die meisten in Schönwalde, da dort die Behelfswohnungen des Amtes seien, sagte Amtsvorsteher Peter Zink.

Uwe Wille nannte Zahlen zur nationalen Situation. Bis November seien im vergangenen Jahr 181  000 Anträge gezählt worden. 430  000 Asylanträge habe es 1993 in Deutschland gegeben, mit 22  000 Anträgen 2010 die geringste Zahl. Die meisten Asylsuchenden stammten aktuell aus Syrien. Danach folge in der Statistik Serbien als Herkunftsland.

Ein Problem sei die Länge der Asylverfahren. Erst mit einer Anerkennung gebe es laut Gesetz einen Anspruch auf Sprachausbildung. So könnten Jahre ungenutzt ins Land gehen, wenn es keine privaten Initiativen zur Sprachausbildung gebe.

Neben organisierten Deutschkursen gebe es auch viel persönliche Hilfe. Uwe Wille berichtete von einem Eutiner Ehepaar, das den Vater eines Kindes unterrichte, während das Kind in der Schule Deutsch lerne. Auch im Amt Ostholstein-Mitte gebe es eine Initiative, bei der Bürger einzelnen Flüchtlingen die Sprache vermittelten.

Schulverbandsvorsteherin Angela Hüttmann sagte, dass an der Schönwalder Grundschule sechs Kinder Deutsch lernen könnten, was ihnen die Fahrt nach Eutin erspare. Eine Ausbildung der Schulleiterin Doris Jürs mache das möglich.

Alle Sprachkenntnisse machten aber keinen Sinn, wenn sie nicht angewendet werden, betonte Uwe Wille. Begegnung mit Einheimischen sei der beste Weg zur Integration.

„Treffen, treffen, treffen“ offenbarte eine Bürgerin ihr Rezept, und ein anderer Teilnehmer des Treffens berichtete voller Emotionen, wie bereichernd sein Kontakt zu jungen Asylsuchenden sei, ungeachtet der Sprachbarrieren. Zum Treffen am 24. Januar um 15 Uhr sind alle
in Schönwalde lebenden Flüchtlinge willkommen, auch zwei Familien, für die das DRK eine Patenschaft übernommen hat.

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