Schönwalde am Bungsberg : Schönwalde: Radweg kann kommen

Langes Warten auf den Entscheid: Am Ende stimmten alle 14 Schönwalder Gemeindevertreter für die Annahme des Angebotes der Gemeinde Lensahn und damit für den Bau den Radwegs zu den Nachbarn.
Langes Warten auf den Entscheid: Am Ende stimmten alle 14 Schönwalder Gemeindevertreter für die Annahme des Angebotes der Gemeinde Lensahn und damit für den Bau den Radwegs zu den Nachbarn.

Gemeindevertretung stimmt geschlossen für den Bau der Strecke in Richtung Lensahn. es gab einen Seitenhieb auf den Landrat.

shz.de von
18. April 2018, 17:00 Uhr

Die rund vierzig Zuschauer in der „Klönstuv“ mussten sich gedulden, bis klar war, ob sich eine Mehrheit für den Radwegebau nach Lensahn findet. Das am Ende einstimmige Votum aller 14 Schönwalder Gemeindevertreter sorgte dann für spontanen Beifall der Anwesenden.

Unter ihnen gab es auch kritische Stimmen, die nach den Folgekosten fragten oder feststellten „Ihr entscheidet über Geld, das Ihr gar nicht habt.“ Auf 360 000 Euro schätzt die Gemeinde Lensahn den Anteil Schönwaldes an den Baukosten. Das Land steuert nur 50 Prozent der Baukosten bei, obwohl es den Radweg entlang der Landesstraße 57 vollständig finanzieren müsste. Auch die Unterhaltungskosten liegen zukünftig bei den beiden Gemeinden. Ein Punkt, den Michael Schumacher für die CDU erneut kritisierte. Diesen Rückzug könne er nur schwer verstehen, da das Land bis 2009 bereits viel in die Planungen investiert habe. „Wir müssen nach dem Strohhalm greifen“, formulierte des der 2. Stellvertretende Bürgermeister am Ende seiner Ausführungen und lies Bärbel Seehusen (SPD) auf einen Entscheid für den Bau hoffen. Ihr klares Statement: „Man kann heute mit dem Fahrrad nicht mehr auf der Straße fahren.“ Ein positives Signal für den Radweg hatte auch Bürgermeister Hans-Alfred Plötner, der seine letzte Sitzung der Gemeindevertretung leitete, gegeben. „Ich kann nicht Karten fürs Freibad an die Kinder ausgeben und gegen den Radweg stimmen.“ Roland Hamann (CDU) hatte, wie Schumacher auch, im Finanzausschuss noch gegen die Ausgabe gestimmt. Am Montag führte er den bevorstehenden Ablauf des Planfeststellungsbeschlusses im kommenden Jahr und die damit nötige Neuplanung als Argument für die Ausgaben an: „Wenn wir uns nicht entscheiden geht es von vorne los.“ Wie auch einige Bürger befürchtet Schumacher eine Kostensteigerung, was ein weiterer Grund für die CDU gewesen sei sich „lang und breit und kritisch“ mit dem Thema Radwegbau zu beschäftigen. Seehusen hatte auf das Angebot der Gemeinde Lensahn zur hälftigen Teilung der Baukosten sowie deren Vorfinanzierung hingewiesen, obwohl der längere Streckenabschnitt auf Schönwalde entfalle. Der Kritik Geld auszugeben, was nicht vorhanden sei, hielt Angela Hüttmann (SPD) entgegen „Wir bekommen auch einen Gegenwert.“ Über den Radweg gebe es in Lensahn einen Anschluss an das Radwegenetz entlang der Ostsee und von Wahrendorf aus, sei auch Neustadt über die Dörfer zu erreichen. Auch wenn das Geld der Gemeinde knapp sei, seien nun „Zeiten zum investieren“ und die „positive Entwicklung der Finanzen“ ermögliche ein Ja zum Radweg, so Schumacher. Der Bau dürfe nur keine Begehrlichkeiten für andere Strecken wecken, da es keine Pflichtaufgabe wie etwa die Schule, Kindergarten oder Feuerwehr sei. Er forderte in einer der nächsten Sitzungen „aktiv den Straßenausbaubeitragssatz anzugehen.“

Einen Seitenhieb gab es in Anspielung auf das Landschaftsschutzgebiet in Richtung Landrat Reinhard Sager. „Der Landrat sagt Schönwalde ist schön und muss von der Schönheit leben.“ Schumacher sieht im Schutzgebiet eine Behinderung der Gewerbeentwicklung. Fehlende Einnahmen beschränkten den Handlungsspielraum. In diesem Punkt pflichtete ihm Seehusen bei, die eine grundlegende Änderung der Gemeindefinanzierung im Land forderte und die Praxis der prozentualen Verteilung von Geldern an alle Gemeinden kritisierte.

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