Schönwalde: Kirche soll moderner werden

Auf der Empore wird an eine neue Bestuhlung gedacht.
Auf der Empore wird an eine neue Bestuhlung gedacht.

Der Kirchengemeinderat möchte den sakralen Raum vielseitiger nutzbar machen und dabei auch ein verändertes ästhetisches Empfinden berücksichtigen

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21. Mai 2015, 18:21 Uhr

Vor über 50 Jahren wurde der Innenraum der Schönwalder Kirche dem damaligen Zeitgeist angepasst. Nun will der Kirchengemeinderat den Kirchenraum insgesamt funktionaler und vielseitiger nutzbar machen, aber auch dem gewandelten ästhetischen Empfinden angleichen. Darüber soll die interessierte Öffentlichkeit in einer Gemeindeversammlung informiert und angehört werden, deren Termin aber noch nicht feststeht.

Grundlage dafür bilden eine Architektenstudie des Hamburger Büros Stölken und Schmidt sowie die daraus entwickelten Empfehlungen des Kirchengemeinderates. Um einen Eindruck der möglichen künftigen Wirkung der Räume zu bekommen, wurden in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege unter der Empore zunächst die hinteren zwei Bankreihen sowie alle Installationen in der Turmhalle entfernt und eingelagert. Interessierte haben täglich von 9 bis 18 Uhr die Gelegenheit, sich in der Kirche ein Bild von der räumlichen Wirkung zu machen.

Die Studie der Architekten behandelt vor allem drei Bereiche, die zurzeit diskutiert werden: Orgelempore, der Raum unter der Empore und der Eingangsraum, die Turmhalle.

Auf der Orgelempore steht eine Stuhlreihe statt starrer Bänke und Podeste auf der Planungsliste. Bis zu 60 mehr Sitzplätze könnten so geschaffen werden, außerdem ließen sich verschiedene Chöre bei Kirchenkonzerten leichter arrangieren und dirigieren. Ein schalldämmender Fußboden ist dabei obligatorisch.

Verändert werden soll auch der Raum unter der Empore. Angedacht ist auch dort eine flexible Bestuhlung der letzten fünf Bankreihen. So könnte bei Bedarf ein vielseitig nutzbarer, gut ausgeleuchteter Raum für bis zu 40 Personen entstehen, der für die religions- und kirchenpädagogische Arbeit, als Gruppenraum, als Winterkirche und für Empfänge nach Vortrags- und Konzertveranstaltungen sowie für einen „Kirchenkaffee“ nach dem Gottesdienst genutzt werden kann. Auch eine Toilette soll auf vielfachen Wunsch im Vorraum unter dem Aufgang zur Empore eingebaut werden. Die Turmhalle wurde 1957 als „Ehrenhalle“ für die Gefallenen der Weltkriege konzipiert. 70 Jahre nach Kriegsende stellt sich die Frage, ob diese Form des Gedenkens die Menschen noch erreicht.

„Um den Eingang der Kirche freundlich und einladend zu gestalten zu können, brauchen wir für die Gefallenentafel des Ersten Weltkrieges und das Gedenkbuch mit den gefallenen und vermissten Soldaten des Zweiten Weltkrieges einen anderen Raum und ein durchdachtes Konzept, das den bleibenden Auftrag der Kirche, zum Frieden zu mahnen, in angemessener Form zum Ausdruck bringt“, sagt Pastor Arnd Heling.

Dafür gibt es zwei Vorschläge. Die Architektenstudie nennt die Orgelempore oder die seit langem entwidmete Leichenhalle aus dem Jahr 1947 neben der Kirche. „Für beide Alternativen liegen uns sehr interessante, überraschend moderne Vorschläge vor, die im Kirchengemeinderat noch kontrovers diskutiert werden“, so Heling.

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