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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 09:51 Uhr

Renaturierung : Schönwalde füllt Ökokonto

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein legt auf den Mühlenteich-Weiden bei Schönwalde neue Lebensräume für Amphibien an.

von
erstellt am 19.Feb.2014 | 13:57 Uhr

Naturschutz, der „stur von oben verordnet wird“, ist Peter Rehders Sache nicht. Wenn der Rentner aber mit Gleichgesinnten aus freien Stücken der Natur etwas Gutes tun kann, dann scheut der Schönwalder keine Mühe. Entsprechend dankbar zeigte sich Bürgermeister Hans–Alfred Plötner über Rehders hartnäckigen Einsatz zur Renaturierung der Mühlenteich-Weiden.

Auf dem gut fünf Hektar großen Areal, am Ortsausgang an der Landesstraße 178 nach Lütjenburg gelegen, begannen gestern die Arbeiten zur Vernässung des Grünlandes. Dort sollen künftig Amphibien ideale Umweltbedingungen vorfinden. Rehder wies darauf hin, dass damit ein weiterer Trittstein in der Kette der Biotope zwischen Bungsberg und Beckmissen gesetzt werde.

Diese Aussicht veranlasste Heike Henning, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz, zu einem verbalen Ausflug in die Fabelwelt: „Eine neue Heimat für Wasserdrachen entsteht in Schönwalde. Feuer spucken wird der nur 15 Zentimeter lange Drache allerdings nicht. Denn außerhalb der Paarungszeit sieht der Kammmolch - so sein richtiger Name - gar nicht so imposant aus, weil ihm dann der imposante Rückenkamm fehlt.“

Neben dem Kammmolch sollen auch andere europaweit geschützte Amphibien wie Rotbauchunke und Moorfrosch, aber auch seltene Pflanzen wie Wasserfenchel und die Sumpfsternmiere auf dem bisherigen Weideland heimisch werden. Dazu werden Drainagen entfernt und einige Tümpel für das Laichgeschäft der Froschlurche angelegt. Mit dem Aushub der Teiche wird ein 160 Meter langer Knickwall aufgesetzt, der im Herbst mit heimischen Gehölzen bepflanzt wird. Zum Abschluss wird das Gelände eingezäunt und mit einer Rinderherde besiedelt. Sie soll dafür sorgen, dass die Laichgewässer nicht beschattet werden. Henning: „So ist gewährleistet, dass sie sich im Frühjahr rasch erwärmen und den Amphiben optimale Fortpflanzungsbedingungen bieten.“

Von alledem profitieren auch Bauherren, die für ihren Eingriff in den Naturhaushalt einen finanziellen Ausgleich leisten müssen. In einer bisher einmaligen Kooperation, so Gerrit Werhahn, Projektmanager der Ausgleichsagentur, schaffen die Gemeinde Schönwalde als Verpächterin und die Stiftung Naturschutz mit dem Projekt Mühlenteich ein gemeinsames Ökokonto und teilen sich die Einnahmen.

Maßnahmenträgerin ist die Ausgleichsagentur, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.. Sie sieht sich, wie Gerrit Werhahn sagte, „als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträgern, Behörden und Naturschutz“.

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