Schnöggersburg: Eine komplette Stadt für militärische Ausbildung

güz13
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30. August 2018, 11:27 Uhr

Die Idee war im Jahr 2005 geboren, in einer Phase, in der auf die Bundeswehr offensichtlich vor einer wachsenden Zahl von Auslandseinsätzen stand: Der Bau einer Stadt auf dem drittgrößten Truppenübungsplatz in Deutschland mit allen typischen Elementen einer städtischen Bebauung, die sich zur militärischen Ausbildung und zum Üben eignen. Am Ende soll der „Urbane Ballungsraum“, wie die Militärs die Übungsstadt nennen, über 500 Gebäude mit unterschiedlichen Geschossen haben. Es gibt eine Altstadt mit engen Gassen und Marktplatz sowie eine Kirche, es gibt Wohn- und Geschäftshäuser, Kaufhaus, Supermarkt, Banken, Schule, Rathaus, Museum und ein Planetarium, es gibt am Rand Bauernhäuser und Ställe, Industriehallen, eine Sportanlage mit Tribüne und ein Hotel, es gibt einen Fluss mit Brücken, Gleisanlagen und einen 350 Meter langen U-Bahn-Tunnel. Auf der bei weitem nicht vollständigen Liste stehen auch ein Flughafen, Hochhäuser (einer mit Hubschrauberlandeplatz), Krankenhaus, eine Kaserne, ein Trümmerfeld und ein sogenanntes „Elendsviertel“. Rund 140 Millionen Euro hat der Bund für den Bau der Stadt Schnöggersburg zur Verfügung gestellt.

Vor Baubeginn 2012 erfolgte eine Munitionsräumung auf dem Gelände: Der Übungsplatz war seit 1935 von der Wehrmacht für Artillerieversuche genutzt worden, zu DDR-Zeiten wurde er von der Sowjetarmee genutzt und 1993 von der Bundeswehr übernommen. Um die 35 000 Tonnen Munition wurden geräumt, bevor der Bau der Stadt begann, die in drei Jahren vollendet sein soll.

Der überwiegende Teil der Gebäude wird Rohbau bleiben. Und eines gibt es in Schnöggersburg überhaupt nicht: Wasserleitungen. Die vorhandene und für Übungen nutzbare Kanalisation wird allein von Regenwasser gespeist.

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