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Ein Malenter hat international Erfolg : Schnittpunkt von Kunst und Design

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Arne Soltau aus Benz stellte drei Kunstobjekte aus seiner Bachelor-Kollektion auf renommierter US-Kunstmesse in Miami aus.

„Für mich war es eine ziemliche Überraschung, dass meine Arbeiten in Miami gezeigt werden sollten“, sagt Arne Soltau, der erst im Sommer seinen Bachelor of Arts in Design an der Goldschmiede-Hochschule Pforzheim absolviert hat. Auf einer der weltweit wichtigsten Ausstellungen, der „Design Miami“, stellte der Benzer Anfang Dezember nun drei Kunstobjekte aus seiner Bachelor-Kollektion aus. Die „Schwester“ der „Art Basel“ und der „Art Basel Miami Beach“ ist eine der wichtigsten Ausstellungen in den Bereichen Kunst, Möbel und Beleuchtungskonzepte des 20. und 21. Jahrhunderts und zeitgenössischen Kunst. Denn dort treffen sich alljährlich die einflussreichsten Designer, Sammler und Galeristen.

„Miami trifft den Zeitgeist, und die Sammlerszene vergrößert sich stetig“, sagt der 26-Jährige. Seine Abschlussarbeiten habe ein Galerist aus New York in Pforzheim begutachtet und den jungen Designer angeschrieben. „Anfangs wusste ich gar nicht, wem ich schreibe“, verrät Arne Soltau lächelnd.

„Meine Arbeiten sind irgendwo am Schnittpunkt von Kunst und Design angesiedelt. Es ist eine Verschmelzung aus verschiedenen historischen Ideen“, bezeichnet Arne Soltau seine drei Kunstobjekte, für dessen Entstehung der Grundgedanke die Geschichte der Reliquienschränke waren.

Für seine Abschlussarbeit mit dem Titel „better than that“ recherchierte er in Bibliotheken und im Internet: „Schränke für Sammlungen waren früher geschlossene Elemente. Zum Vorzeigen wurden einzelne Stücke herausgenommen. Erst seit dem 19. Jahrhundert gibt es Vitrinen mit Glas.“ Das Untypische, besser gesagt Besondere, an seinen Arbeiten: „Sie haben Podeste, die zugleich Stauraum mit Schiebetüren für nicht Ausgestelltes sind.“ Und statt Glas verwendete Soltau Drahtgitter.

Ein Auszug aus der Erläuterung in Miami: Arne Soltaus Abschlusskollektion bezieht sich auf die Wurzeln der heutigen Schaumöbel. Entworfen, die Wertigkeit der ausgestellten Objekte zu erhöhen und sich gleichzeitig in einen beliebigen Wohnraum einzupassen, spielen sie mit Codes und Erwartungen aus 500 Jahren europäischer Kunstgeschichte.

Eine verfeinerte Version der Werke – in Höhen zwischen 1,40 und 1,80 Metern und zu zwei Seiten ausziehbar – produzierte Soltau im Oktober und November auf dem elterlichen Bauernhof am Benzer See. Bei der Entstehung der Objekte arbeitete er mit Betrieben aus der Region zusammen. Den Rahmen und die Standbeine produzierte die Tischlerei Holst aus Nüchel. Für die Schweißarbeiten des Stahlgitters nutzte Soltau die Werkstatt der benachbarten Schlosserei von Tim Eichstedt. Bei der Herstellung der Kiste stand Henning Daehn aus Timmendorf dem Designer zur Seite. Und die „Ostholsteiner“ zeichneten für die Pulverbeschichtung des Gitters verantwortlich.

Arne Soltaus Liebe zum Design wurde bei seinem Schulpraktikum in der achten Klasse bei Goldschmied Ehmke in Eutin geweckt. Nach seinem Wechsel von der Realschule in Malente zur Waldorfschule nach Lensahn wurde seine Leidenschaft weiter gefördert. „Wir hatten Goldschmieden als Schulunterricht“, erzählt Soltau und wollte mit 18 Jahren eine Ausbildung zum Goldschmied machen. Doch das Schicksal wollte es anscheinend, dass er durch einen Zufall einen Platz an der Goldschmiede-Hochschule Pforzheim erhielt.

Während des Studiums habe Arne Soltau schnell gemerkt, dass das Arbeiten als Schmuckdesigner für große Firmen nicht sein Endziel sei. „Ein Dozent erkannte mein Desinteresse und förderte mich im Bereich Möbeldesign und große Objekte.“ Eine Stehlampe und ein Regal aus Beton waren seine ersten Arbeiten. Es folgten Möbel für den Außenbereich der Hochschule. „Größere Maßstäbe und andere Materialien zu verwenden ist spannender“, führt der Jung-Designer aus und weiß heute: „Das große Design ist besser für mich.“

Seine Zukunft sieht Arno Soltau klar vor sich: „Ich bin jetzt gerade nach Berlin gezogen, um meinen Master zu machen.“ Statt im Angestelltenverhältnis zu arbeiten, möchte er als freier Designer tätig sein. „Dafür ist Berlin ein guter Standort.“ Um sich einen Namen zu machen, sei die „Design Miami“ eine prima Hilfe gewesen, so Soltau. Und wenn sich für das eine oder andere Ausstellungsstück und auch noch ein Käufer findet und Folgeaufträge kommen, dann ist das „ultra.“



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erstellt am 12.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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