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Malente : Schnell zugreifen bei Sportstätten-Förderung?

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zugreifen oder lieber die Finger davon lassen? Vor diesem Dilemma stehen Politik und Verwaltung angesichts eines kurzfristig aufgelegten Förderprogramms des Bundes.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Soll Malente beherzt zugreifen oder lieber die Finger davon lassen? Vor diesem Dilemma stehen Politik und Verwaltung derzeit angesichts eines kurzfristig aufgelegten Förderprogramms des Bundes, auf das Bürgermeister Michael Koch jetzt den Hauptausschuss aufmerksam machte. Insgesamt sei eine Summe von 140 Millionen Euro zur Förderung der Sanierung kommunaler Einrichtungen in Sport und Kultur aufgelegt worden, erklärte Koch. Davon sollten 100 Millionen Euro in den Bereich Sport fließen.

Angesichts der ziemlich maroden Halle des Ernst-Rüdiger-Sportzentrums in der Neversfelder Straße käme die Förderung zwar wie gerufen. Dennoch stellte Koch den Ausschuss vor die Wahl: „Sollen wir uns dort anmelden oder ist das zu kurzfristig, weil wir keine Konzeption haben?“ Nach kurzer Diskussion votierte der Ausschuss dafür, sich erst einmal formlos zu bewerben, um Zeit zur weiteren Prüfung zu gewinnen. Wie es in Malente mit den Sportstätten insgesamt weitergeht, soll eigentlich im Zuge des seit langem angestrebten Integrierten Gemeindeentwicklungskonzepts (Igek) erst noch geklärt werden. Wann dies anlaufen werde, könne er jedoch noch nicht sagen, erklärte Koch. Denn die Gemeinde wartet hier noch auf eine Fördermittelzusage von der Aktiv-Region. In der Kommunalpolitik kursierte schon vor einiger Zeit die Idee, den Sportplatz samt Halle in der Ringstraße aufzugeben und das Gelände als Bauland zu vermarkten. Die Einnahmen könnten dann für die Sanierung der Ernst-Rüdiger-Sporthalle oder einen Sporthallenneubau genutzt werden. Ob diese Idee verwirklicht werden soll, dürfte in dem geplanten Entwicklungskonzept geklärt werden.

Dies alles kann allerdings vor Ablauf der Bewerbungsfristen für das nun aufgelegte Förderprogramm unmöglich erörtert werden. Bis zum 28. Oktober muss sich Malente formlos bewerben, ein konkreter Förderantrag müsste bis zum 13. November gestellt werden. Der Bund würde einen Zuschuss von 45 Prozent gewähren. Fehlbedarfsgemeinden könnten allerdings 90 Prozent erhalten, erklärte Koch. Doch ob Malente als Fehlbedarfsgemeinde anerkannt werde, sei zweifelhaft: „Da müsste man kämpfen.“

Hinzu kommt, dass sich ein möglicher Hallenneubau über das Förderprogramm nur im Ausnahmefall finanzieren ließe, wie Koch erklärte. Bedingung sei, dass ein Neubau günstiger käme als eine Sanierung.

Sollte Malente sich tatsächlich bewerben, müssten im Bauamt andere Arbeiten zurückgestellt werden, sagte Koch. Aus diesem Grund hatte FDP-Fraktionschef Wilfred Knop auch von einer Teilnahme abgeraten: „Ich glaube, unserem Personal steht das Wasser bis zum Hals.“ Dem hielt SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning entgegen: „Wir wissen, dass die Halle rott ist. Wir müssen was machen.“ Irgendwann müsse die Gemeinde ohnehin zahlen.

Viel weniger problematisch dürften unterdessen die Bedingungen für den Erhalt der Fördermittel sein: Die Investition soll sowohl zur Integration von Flüchtlingen und sozial Schwachen als auch dem Klimaschutz dienen.

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