zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 22:11 Uhr

Schnäppchenjagd im Fundbüro

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Großer Andrang bei einer Versteigerung in der alten Fahrzeughalle: 500 kleine und große Gegenstände kamen unter den Hammer

von
erstellt am 15.Mär.2015 | 18:52 Uhr

Der Auktionator versteht sein Handwerk. Uwe Bader hatte für jeden Artikel, der am Wochende bei der Fundsachenversteigerung unter den Hammer kam, einen lockeren Spruch präsent. Das „Kamasutra“-Buch empfiehlt er mit den Worten „für den, der noch was lernen möchte“. Der schwarze Einkaufstrolly ist für ihn „wirklich klasse“. Und als jemand wissen möchte, wie groß das eingepackte Iglu-Zelt ist, antwortet der Mann mit dem Hammer unter dem Gelächter des Publikums schlagfertig: „Da passen bestimmt alle rein.“ Rund 500 Fundstücke wurden versteigert, der Erlös spülte 6022 Euro in die Kasse des städtischen Bürger- und Ordnungsamtes.

Schon um 8 Uhr morgens konnten die Kieler in der alten Fahrzeughalle an der Fabrikstraße die Gegenstände in Augenschein nehmen. Dutzende von Handtaschen, Rucksäcken, Einkaufstüten und Schulranzen waren dabei, ebenso ein Satz Auto-Sommerreifen oder ein Flachbildfernseher. Und nicht weniger als 104 gefundene und von niemand abgeholte Fahrräder wurden zur Versteigerung aufgestellt.

Uwe Bader gab zu Beginn der Versteigerung die üblichen Regeln bekannt. Die Artikel werden wie besehen gekauft, es gibt weder eine Garantie noch eine Rücknahme, spätere Reklamationen sind ausgeschlossen. Und natürlich wird sofort und ausschließlich in bar bezahlt. Wer den Zuschlag erhält, dann aber die Ware nicht bezahlen kann, wird der Halle verwiesen. Doch von Störungen dieser Art blieb die Veranstaltung frei, das Publikum zeigte sich routiniert.

Der erste Artikel, ein Reisekoffer, brachte 4 Euro ein, ebenso die „schicke Damenhandtasche mit Inhalt“. Beim Lego-Bausatz „Alpha-Team“ aber überboten sich die Interessenten. Für einen Euro aufgerufen, fiel der Hammer schließlich bei 10 Euro. Und die Spiel-Drohne – „ist wohl abgestürzt, aber die Kamera ist okay“ – erhielt den Zuschlag erst bei 45 Euro. Mit 2 Euro war sie gestartet.

Florian Liebscher (23), Student aus Meimersdorf, setzte für 16 Euro auf eine prall gefüllte Tasche, aus der eine Wasserwaage ragte. Er zog neben einem Basketball und einem Plüschteddy noch eine Thermoskanne und eine Federtasche aus dem Inneren und zeigte sich mit seinem Überraschungsfund sehr zufrieden.

Viele Besucher waren extra wegen der Fahrräder in die Auktionshalle gekommen. Die Drahtesel brachten denn auch durchweg gute Ergebnisse ein. Den höchsten Erlös erzielte ein Erwachsenenrad samt Kindersitz und Fahrradkorb, in dem noch ein Paar Gummistiefel lag. Bis auf 260 Euro schaukelten sich die Bieter hoch.

Sonnenbrillen, Geldbörsen, Etuis und Schlüsselanhänger hatten die Mitarbeiter von Michaela Sandvoß und Martin Schwartz im Amt gleich im Dutzend zu versteigerungsfähigen Päckchen geschnürt, die meist für 2 oder 3 Euro über den Tisch gingen. Als irgendwo ein Holstein-Kiel-Anhänger entdeckt wurde, kletterte der Preis natürlich gleich auf 5    Euro. Besser machte es da nur der THW Kiel. Die Tüte mit der Schirmmütze des deutschen Handballmeisters erzielte 11 Euro.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen