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Gemeinde Süsel : Schnäppchen für Fassensdorf ?

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gemeinde Süsel muss sich über ein Sonderangebot klar werden: Soll sie ein neuwertiges Feuerwehrauto für Fassensdorf kaufen, das statt 140000 nur etwa 57000 Euro kosten würde?

In der Beschaffungspolitik der Gemeinde Süsel für die Feuerwehren könne es eine überraschende Wende geben: Der Verwaltung liegt ein Angebot für ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) vor, das als Vorführauto neuwertig ist und die Gemeinde nicht einmal 57  000 Euro kosten würde – statt eines regulären Preises von rund 140  000 Euro. Am kommenden Donnerstag (19. Februar) soll die Gemeindevertretung entscheiden, ob das Auto für die Fassensdorfer Wehr gekauft werden soll. Noch keine der drei Fraktionen hat eine Entscheidung gefällt, aber der OHA sammelte ein Stimmungsbild.

Nach dem zuletzt 2009 erneuerten Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde sollte die Freiwillige Feuerwehr Fassensdorf im Jahr 2013 ein neues Auto als Ersatz ihr mittlerweile 28 Jahre altes TSF bekommen. Seit 2012 steht Geld im Haushalt. Der Posten wurde aber mehrfach mit einem Sperrvermerk versehen, zuletzt am 27. März 2014.

Für die Sitzung nächste Woche (Beginn 18 Uhr im Süseler Rathaus) schlägt die Verwaltung vor, diesen Sperrvermerk wieder aufzuheben. Als Folge einer Diskussion im Finanzausschuss am 3. November 2014 über den Kauf von gebrauchten Feuerwehrfahrzeugen habe die Verwaltung Angebote eingeholt, heißt es in der Vorlage. Es gebe Autos für Preise zwischen 60  000 und 90  000 Euro, je nach Alter und Ausstattung. Allerdings seien diese Fahrzeuge älter als ein Jahr, damit eine Förderung ausgeschlossen.

Aber: „Aktuell liegt ein Angebot für ein Vorführfahrzeug (Baujahr 2014) zum Preis von rund 80  500 Euro brutto vor. Es handelt sich um ein TSF-W. Die Förderfähigkeit ist gegeben, so dass ein Zuschuss in Höhe von 23  700 Euro erwartet werden kann“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Auto würde auch in die Fassensdorfer Garage passen.

„Im Vergleich zu einer Neubeschaffung (ca. 140.000 Euro) ist ein deutlicher Preisvorteil mit einem Vorführfahrzeug zu erzielen,“ heißt es wörtlich in der Vorlage.

Die drei Fraktionen wollen, wie der OHA erfuhr, in der kommenden Woche beraten, ob sie diesem Angebot zustimmen sollen. Er gehe davon aus, dass die Freien Wähler dem Kauf zustimmten, sagte Bürgermeister Holger Reinholdt, denn eine solche Gelegenheit werde sich vermutlich nicht mehr bieten. Und wenn man jetzt nicht „zuschlage“, müsse die Gemeinde wahrscheinlich später tief in die Tasche greifen, wenn sie durch einen Abgang des Fassensdorfer Autos zu einer Neuanschaffung gezwungen werde.

„Wir waren ja immer für den Kauf eines neuen Autos für Fassensdorf“, sagte Albrecht Dudy mit Blick auf die SPD-Fraktion. Er wolle natürlich einer Abstimmung der Fraktion nicht vorgreifen, sei aber zuversichtlich, dass sich die Sozialdemokraten für das neue Auto entscheiden, zumal damit auch eine Befriedung für das angespannte Verhältnis zwischen Wehren und Gemeinde erreicht werden könnte.

Im Gegensatz zu seinen beiden Kollegen sieht Adrianus Boonekamp nicht, dass die CDU für den Kauf stimmen wird: „Ich gönne jeder Feuerwehr ein neues Auto, aber wir haben einfach das Geld nicht dafür.“ Mit den von der Feuerwehrunfallkasse geforderten Investitionen in ein neues Feuerwehrhaus in Röbel stehe fest, was die Gemeinde zuerst machen müsse. Alles andere könne erst danach in folgenden Schritten angepackt werden.

Mit der Option, dass die Christdemokraten gegen den Kauf des Autos stimmen könnten, wird zumindest eine Hoffnung des Bürgermeisters nicht erfüllt: „Ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung ein Selbstgänger wird“, hatte Reinholdt dem OHA gesagt.


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erstellt am 11.Feb.2015 | 16:30 Uhr

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