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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 22:13 Uhr

Schmidt verlässt CDU und Fraktion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Turbulente Sitzung des Hauptausschusses hat Nachspiel: Heiko Godow geißelt Fehlverhalten, Olaf Schmidt spricht von einer Intrige

von
erstellt am 30.Jul.2017 | 13:44 Uhr

„Ich habe mit der CDU nichts mehr zu tun“, sagt Olaf Schmidt (Foto) kategorisch. Der Stadtvertreter hat der Partei seinen Austritt zum 31. Juli erklärt. Sein Mandat in der Stadtvertretung will der 69-Jährige bis zum Ende der Legislaturperiode fraktionslos wahrnehmen. Und er scheue sich nicht mehr, für neue Mehrheiten und damit Richtungsänderungen zu sorgen, sagte er dem OHA.

Schmidts Austritt ist Reaktion auf die Forderung nach einer Entschuldigung und Vorwürfen des Vorstandes. Auslöser des Zerwürfnisses war die jüngste Sitzung des Hauptausschusses, in der es um die Aufwandsentschädigung für Aufsichtsräte der Stadtwerke Eutin ging – zu denen Olaf Schmidt gehört und der sich in der Diskussion um die Höhe gegen die eigene Fraktion gestellt hatte.

In der Sitzung am Donnerstag war es – wie berichtet – gar nicht mehr um dieses Thema, sondern nur noch um Verfahrensfragen gegangen. In einer sehr emotionalen Debatte hatte Schmidt, wie er zugibt, den Bürgervorsteher Dieter Holst angefahren: „Du bist dran, wenn Du noch einmal lachst!“ Er sei durch Holsts Verhalten in der Diskussion gereizt worden, räumte Schmidt den Satz ein, und er habe auf eine Nachfrage von Heiko Godow (CDU) betont, dass Dieter Holst nicht in seiner Funktion als Bürgervorsteher, sondern als CDU-Vertreter an der Sitzung teilnehme. Heiko Godow hatte die Drohung Schmidts im Protokoll festhalten lassen und dem CDU-Vorstand mitgeteilt, dass dieser Vorfall zu einem „schweren Schaden im Ansehen der CDU“ geführt habe. Dem OHA sagte Godow, Schmidt habe eine Form des Umganges bewiesen, die schlicht nicht akzeptabel sei. „Ob das jemand aus dem eigenen Nest war oder nicht, ist mir dabei vollkommen egal.“

Der CDU-Vorsitzende Rolf-Rüdiger Forst hatte umgehend in einer E-Mail an alle CDU-Mitglieder „ein neuerliches Entgleisen und Fehlverhalten von Herrn Schmidt“ und parteischädigendes Verhalten angeprangert, verbunden mit der Ankündigung, dass der Vorstand von Schmidt eine Entschuldigung fordern oder ihm andernfalls einen Parteiaustritt nahe legen wolle.

Schmidt wertete die Mail Forsts als Gipfel einer Intrige: Der Vorsitzende habe Tatsachenbehauptungen aufgestellt, ohne überhaupt nur einmal mit ihm gesprochen und seine Sicht gehört zu haben. „Für mich ist das Thema durch.“

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