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Zwischen Grebin und Timmdorf : Schmark-Au-Brücke: Tragkraft in Frage gestellt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Grebiner Gemeindevertreterversammlung besorgt über den schlechten Zustand der Schmark-Au-Brücke. Die Sanierungskosten sind hoch.

Erstaunte Gesichter gab es bei der Grebiner Gemeindevertreterversammlung im Feuerwehrgerätehaus Schönweide. Auf Bitten von Bürgermeister Jochen Usinger informierte der Ascheberger Prüfstatiker Dr. Johannes Vogt über den Zustand der Schmark-Au-Brücke im Zuge des Plattenwegs zwischen Grebin und Timmdorf.

Nicht nur die Fahrbahnstärke von unter 30 Zentimetern, sondern die Korrosionen und Kalkablagerungen an der Unterseite, ließen bei Vogt Bedenken der Stabilität und Tragkraft aufkommen. Zudem würden die Stahlbetonstützen keine Quereisen zur Stabilisierung aufweisen. Auch Bewehrungsmatten in der Fahrbahn, zur Verhinderung von Schwingungen, würden fehlen. Die tatsächliche Tragkraft sei nicht bekannt. Von Grebin kommend ist diese mit 16 Tonnen begrenzt, in der Gegenrichtung gibt es jedoch keine Begrenzung.

Das genaue Baujahr der 12,50 Meter langen und mit einer Fahrbahnbreite von 4,50 Metern ausgestatteten Brücke ist nicht bekannt. Unterlagen würden weder der Gemeinde Grebin noch der Gemeinde Malente vorliegen, sagte Vogt. Nach Auskunft von Einheimischen soll die Brücke in den 1960er Jahren vom seinerzeitigen Besitzer des Gestüts Hohenschmark im Rahmen eines Grundstückstausches gebaut worden sein. Die heutigen Eigentümer sollen die Gemeinden Grebin und Malente zu gleichen Teilen sein.

Um die Besitzverhältnisse und die damit verbundene Kostenaufteilung zu klären, will die Gemeinde Grebin mit der Nachbargemeinde Kontakt aufnehmen. Vogt empfahl als erste Maßnahme, dass die Gemeinde Malente auf der anderen Brückenseite ebenfalls eine 16-Tonnen-Beschränkung aufstellen solle.

Die verschiedenen Möglichkeiten, die Sicherheit der Brücke zu gewährleisten, gibt es nach den Beispielen von Dr. Johannes Vogt viele. Im Falle einer Sanierung könnte das Bauwerk eine Nutzungsdauer zwischen zehn und 30 Jahren haben. Eine Instandsetzung würde nach Schätzung von Vogt rund 100  000 Euro kosten. Um diese durchführen zu können, müssten neben den Planungen mit aufwändige Laboruntersuchungen des Stahls und Betons auf Fluoride (Salze) und der anderen verbauten Materialien gerechnet werden.

Ein Neubau mit Fertigteilen läge bei rund 130  000 Euro plus geschätzter 30  000 Euro für Planungskosten und 10  000 Euro für den Abriss der jetzigen Brücke. Die Lebensdauer eines Neubaus würde zwischen 80 und 100 Jahren liegen, informierte Vogt.

Zu berücksichtigen sei außerdem, dass die Wasserbehörden und das Umweltamt in die Baumaßnahmen einbezogen werden müssten, so Vogt. Denn, egal, ob Sanierung oder Neubau, müsste zumindest die Schmark-Au trocken gelegt werden. Eine zusätzliche Alternative sei es, auf den Weg zukünftig zu verzichten.

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erstellt am 27.Okt.2015 | 13:18 Uhr

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