Schlussgalopp für Solarstrom

Gemeinde Kasseedorf korrigiert Planungsirrtümer

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07. April 2012, 08:25 Uhr

Kasseedorf | Die Eile, mit der bisher die Kasseedorfer Gemeindevertreter die Bauleitplanung für eine große Photovoltaik-Anlage in Sagau vorantrieben, zwang sie in dieser Woche zum "Nachsitzen": Einmütig hoben sie ihre Ende Februar getroffenen Auslegungsbeschlüsse für die Bauleitplanung auf. Und brachten im Handumdrehen schnell korrigierte Entwürfe des F-Plans und des B-Plans auf den Weg.

Grund für den neuen Anlauf waren Unstimmigkeiten bei den überplanten Grundstücken. Das Innenministerium habe moniert, dass davon auch Flächen betroffen seien, die gar nicht im Besitz des Investors seien, erläuterte Planer Andreas Nagel. Auch die Lagerbauten, die beim vorigen Mal irgendwie in den B-Plan-Entwurf "hineingerutscht" seien, sehe Kiel kritisch. Sie würden in der neuen Version gestrichen.

Aus den Reihen der Gemeindevertreter kam die Anregung, vom Investor konkret eine zusätzliche Ausgleichsmaßnahme zu fordern. Die Naturschutzbehörde hat ohnehin festgelegt, dass für eigenmächtiges Vorgehen beim Räumen des Geländes, auf dem früher ein Kalksandsteinwerk stand, ein angemessener Ausgleich notwendig sei.

Einig war sich die Vertretung, dass ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor über die beiderseitigen Belange noch vor dem endgültigen Beschluss über die Bauleitplanung unterschrieben sein muss. Ebenso einmütig betonten die Fraktionen ihre Absicht, die planerischen Grundlagen so rechtzeitig fertigzustellen, dass die Großanlage noch vor dem 1. Juli in Betrieb genommen werden kann.

Dieses Datum ist wichtig für die Höhe der Vergütung, die mit Förderanteilen fürs Einspeisen von Solarstrom ins Netz gezahlt wird. Die Photovoltaik-Anlage soll mit rund 5000 Modulen auf knapp einem Hektar 1,2 Megawatt Strom im Jahr erzeugen, der Bedarf von gut 300 Haushalten.

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