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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 23:06 Uhr

Eutin : Schlossgarten wird bis 2016 gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Grund: Bauarbeiten, Diebstahl und Zerstörungen. Festspielbesucher können über das Bauhofareal zur Bühne gelangen.

von
erstellt am 27.Apr.2015 | 14:49 Uhr

Die letzte zentrumsnahe Grün-Oase – der Schlossgarten – wird ab 4. Mai gesperrt und bleibt voraussichtlich bis zur Landesgartenschau 2016 geschlossen. Der Grund: „Es laufen umfangreiche Bauarbeiten an nahezu allen Wegen. Außerdem hatten wir in letzter Zeit sehr häufig mit Vandalismus zu tun, was sehr schade ist“, sagt Kathrin Pitzner von der Stiftung Schloss Eutin. Sie habe sich dafür stark gemacht, dass erst nach dem ersten Mai-Wochenende gesperrt wird, „weil wir wissen, wie gern die Eutiner an
diesem Wochenende im Schlosspark picknicken“.

Was wird im Schlossgarten genau gemacht? „Alle Wege werden überarbeitet und in ihren historischen Verlauf zurückgeführt“, erklärt Kathrin Franz. Die Landschaftsarchitektin aus Leipzig ist zusammen mit ihrem Mann, Bauingenieur Lutz Huback, mit den Arbeiten betraut. Suchschürfungen hätten ergeben, dass einige Wege „um einen Meter gewandert“ sind, außerdem wurden historische Steinrinnen gefunden, die nun aufgearbeitet und wieder freigelegt werden sollen, da sie eine Entwässerungsfunktion hatten. Bei der Suche nach dem historischen Wegeverlauf orientierte sich das Paar aber auch an historischen Plänen aus dem 18. Jahrhundert und Fotografien. Franz: „Wir wissen, dass eine komplette Sperrung ein enormer Einschnitt für die Eutiner ist, zumal die anderen Grünflächen der Stadt ja auch wegen Bauarbeiten gesperrt sind, aber es geht leider nicht anders.“ Zu gefährlich sei der Baustellenverkehr, dass haben die Firmen, die jetzt schon im Park sind, angemahnt. Plötzlich seien Radfahrer oder Besucher hinterm Radlader gewesen. Es wurde überprüft, ob die Wege nicht abschnittsweise hätten aufgearbeitet werden können. Doch das Problem bestehe darin, dass sich die sogenannte Deckschicht – Malenter Kies – erst setzen muss und für eine gewisse Zeit nicht betreten werden darf. Deswegen sei auch als erstes mit dem Bereich rund um die Freilichtbühne begonnen worden, um den Ablauf der Festspiele nicht zu gefährden. Der Zugang hierfür erfolge laut Huback über das Bauhofareal an der Opernscheune entlang.

Und einen weiteren Grund nennt Franz für die Komplett-Sperrung: „Wir haben leider viel mit Diebstählen und Vandalismus zu tun. Einer Firma wurden ganze Pflanzstiegen geklaut, ein vor zwei Wochen gepflanzter Lebensbaum angezündet, Infotafeln zerstört und Absperrung gestohlen. Das geht nicht.“

Neben den Baumaßnahmen wird auch weiterhin gepflanzt. Kathrin Franz: „Wir haben die Nadelgehölze am Tempel verdichtet, da gab es schon eine historische Pflanzung. Überhaupt richten wir uns bei den Neupflanzungen nach historischen Listen und setzen nur historisch belegte Arten ein.“ So sind beispielsweise schon Goldregen, Hibiskus, verschiedene Fliederarten, Rosen, Bodendecker, Felsenbirnen und alte Kirschsorten gepflanzt worden. „Bisher haben wir rund 70 Bäume und 300 Sträucher gepflanzt. Aber auf der Größe des Gartens fällt das fast gar nicht auf. Es werden allerdings wunderbare Farbtupfer sein.“

 

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