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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 12:44 Uhr

Schleswig-Holsteinerin im Kampf gegen Ebola

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Flensburgerin im Einsatz für „Ärzte ohne Grenzen“ / Bundeswehr trainiert Freiwillige in Appen

Die Seuche greift weiter um sich. Das Ebola-Virus wütet in Westafrika. Während die Menschen zu Tausenden dahingerafft werden, bleiben Helfer Mangelware. Doch einige sind immer wieder bereit, sich ins Zentrum der Epidemie zu wagen und dabei ihr eigenes Leben zu riskieren – wie Wencke Petersen. Sie war bis 2011 beim Diako-Krankenhaus in Flensburg tätig.

Sie hat dem Tod ins Auge gesehen. Täglich. Sechs Wochen lang – in Liberia, einem Land, in dem das Gesundheitssystem bereits kollabiert ist. Annähernd 3000 Menschen sind dort gestorben. Wencke Petersen arbeitete bis Anfang Oktober in einer von „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen Klinik. Am Tor dieses ummauerten, aber aus Zelten bestehenden Krankenhauses in Monrovia entschied die 41-Jährige, wer hinein durfte – und wer nicht. „Ich wusste, viele von ihnen werden sterben“, sagt die Arzthelferin und Logistikerin, „ein schreckliches Gefühl.“

Ursprünglich soll Wencke Petersen, die an der FH in Flensburg Krankenhausmanagement studiert hat, die Verteilung von Hygiene-Kits organisieren: Schutzkleidung, Einweghandschuhe, Masken, chirurgische Mäntel und Chlor zur Desinfektion. Doch die Hilfsmittel sind bei ihrer Ankunft noch nicht eingetroffen. So landet sie dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Das Ebola Management Center beherbergt 120 Patienten, Mitte September wird die Bettenzahl verdoppelt – vier Ärzte und ein knappes Dutzend Krankenschwestern versorgen die Schwerkranken. 20 bis 30 Menschen muss die Flensburgerin jeden Tag wegschicken, darunter viele Kinder. Einige sind von ihren Müttern vor dem Tor abgesetzt worden, andere haben ihre Familie verloren. „Sie haben bitterlich geweint, Eltern haben mich angefleht. Und wie gern hätte ich das Tor aufgemacht.“ Aber sie dreht sich um, atmet tief durch, unterdrückt die Tränen – und arbeitet weiter.

Aber auch Erfolge bleiben nicht aus. So kann die Überlebensrate von 20 auf 40 Prozent verdoppelt werden. „Ich habe Heilung erlebt – das hat mir Kraft gegeben.“

Wencke Petersen hat schon Einsätze im Kongo, dem Sudan, in der Zentralafrikanischen Republik und beim Cholera-Projekt in Haiti hinter sich. Nächste Woche wird sie erneut in Monrovia sein. Und ihr Mann Matthias wird sie wieder ziehen lassen. Die Angst bleibt bei ihm. „Hätte ich sie“, sagt seine Frau, „dann würde ich nicht gehen.“ Seite 17

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erstellt am 23.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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