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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 19:23 Uhr

Schleswig-Holsteiner immer häufiger krank

vom

Rückenleiden verursachen die meisten Arbeitsausfälle

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 08:30 Uhr

Kiel | Immer häufiger bleiben Arbeitsplätze leer, weil Mitarbeiter sich krank melden. Insgesamt haben die Fehlzeiten seit dem historischen Tiefstand 2006 um fast ein Viertel zugenommen. Regional sind die Unterschiede erheblich. Am gesündesten sind Arbeitnehmer im Südwesten der Republik, am "kränksten" die Menschen in Mecklenburg Vorpommern. Auch die Schleswig-Holsteiner schicken ihrem Arbeitgeber häufig den gelben Schein.

So waren die 270 000 berufstätigen AOK-Versicherten im vergangenen Jahr im Schnitt 19,1 Tage krank. Das teilte Schleswig-Holsteins AOK-Chef Dieter Paffrath gestern in Kiel mit. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 18,1 Tagen. Auffällig: Der Krankenstand der über 60-Jährigen ist fast doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der Arbeitnehmer bis zum 35. Lebensjahr.

Bezogen auf die einzelnen Branchen gibt es den höchsten Krankenstand im Norden in der Öffentlichen Verwaltung, den geringsten bei Banken und Versicherungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Bezogen auf einzelne Berufe fehlen etwa Verkäuferinnen im Schnitt 29,2 Tage im Jahr, Steuerberater aber nur 8,8 Tage.

Insgesamt verursachten Muskel- und Skeletterkrankungen im Norden die meisten Fehltage: nämlich 1,2 Millionen bei der AOK. Gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen, psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen. Ähnlich gestern die Meldung von der Techniker Krankenkasse: Jede vierte Krankschreibung im Norden sei auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückzuführen.

Besonders Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Das bestätigt eine aktuelle Blitzumfrage zwischen Nord- und Ostsee, die von der Ortskrankenkasse in Auftrag gegeben wurde: 44,4 Prozent der Befragten ab 18 Jahren gaben an, in den letzten zwölf Monaten unter Rückenproblemen zu leiden. Bei den meisten Betroffenen waren die Schmerzen so stark, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben und Schmerzmittel einnehmen mussten. Fast 48 Prozent der Befragten glauben, dass die Rückenschmerzen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen.

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