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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 04:45 Uhr

Schleswig-Holstein: ein Land voller Waffen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 00:35 Uhr

Der Norden ist hoch gerüstet: 215 000 Waffen sind in Schleswig-Holstein offiziell gemeldet. Damit kommen durchschnittlich 77 registrierte Schusswaffen auf 1000 Einwohner – fast doppelt so viele wie in Hamburg.

Im bundesweiten Vergleich liegt der Norden im oberen Mittelfeld – zehn Waffen über dem Bundesdurchschnitt. Einige Kreise wie Rendsburg-Eckernförde oder Herzogtum Lauenburg bringen es auf mehr als 100 Waffen pro 1000 Einwohner.

Grund dafür sind Schützenvereine. Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind 8000 Waffenbesitzer beim Amt registriert. Kein Wunder, denn mit 63 Schützenvereinen liegt der Kreis an der Spitze der Sportschützen im Norden. Auch beliebte Jagdgebiete wie Herzogtum Lauenburg lassen die Zahl der Waffen in die Höhe gehen. Indes ist in Schleswig-Holstein bisher vergleichsweise wenig passiert. Zwei Fälle sind bekannt, bei denen Menschen durch Sportwaffen ums Leben gekommen sind. Ein Gleichung „Viele Waffen gleich mehr Todesfälle“ gelte so pauschal nicht, sagt das Landeskriminalamt.

Von legal registrierten Waffen gehe kaum eine Gefahr aus, betonen Sportschützen und Jäger immer wieder. Strenge Sicherheitsvorkehrungen und eine entsprechende Ausbildung im Umgang mit der Waffe seien der Grund dafür.

Einige Landespolitiker sehen das allerdings anders. Die Grünen fordern eine zentrale Lagerung in Waffenkammern und strengere Kontrollen der Waffenbesitzer. „Im Privaten besteht einfach immer die Gefahr, dass jemand an die Waffen rankommt“, argumentiert Burkhard Peters von der grünen Landtagsfraktion in Kiel.

Schleswig-Holstein Seite 9

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