"Tag des Baumes" : "Schleswig-Holstein braucht mehr Wälder"

Frank Walter (li.), Landesleiter der Waldjugend, und Gruppenleiter Nico Nummsen zeigen die Setzlinge.
Frank Walter (li.), Landesleiter der Waldjugend, und Gruppenleiter Nico Nummsen zeigen die Setzlinge.

Zum "Tag des Baumes" wurden in Schulendorf 1000 neue Traubeneichen gepflanzt

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19. April 2011, 07:15 Uhr

Schulendorf | Nahezu jeder der rund 100 interessierten Naturschützer war mit einem Spaten "bewaffnet" gekommen, um bei der Gemeinschaftsaktion der Deutschen Waldjugend, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Landesforsten am "Tag des Baumes" 1000 Traubeneichen zu pflanzen. Mit der Pflanzaktion soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Schleswig-Holstein mit einem Waldanteil von 10,3 Prozent das waldärmste Bundesland ist. Weitere 17 000 Laubbäume verschiedener Arten werden im Herbst auf der vom Land gekauften fünf Hektar großen Fläche gepflanzt.

"Schleswig-Holstein braucht mehr Wälder", rief Dr. Christel Happach-Kasan, Vorsitzende des Landesverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, auf. Weltweit würden jährlich rund 13 Millionen Hektar Wald abgeholzt.

Dementsprechend hat die Unesco das Jahr 2011 zum "Jahr der Wälder" ausgerufen. Zwar habe Deutschland in den vergangenen 30 Jahren eine Million Hektar dazugewonnen, die Aufgabe sei aber große Wälder zu erhalten.

Happach-Kasan sprach sich dafür aus, dass der wichtigste nachwachsende Rohstoff, der in Deutschland benötigt wird, auch hier angepflanzt und nicht importiert werden müsse.

Auf die Wichtigkeit des Waldes als Nutz-, Schutz,- Erholungs- und Klimafunktion verwies Christiane Holländer vom Landwirtschaftsministerium. Neben der Neuwaldbildung soll im Herbst in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband an der angrenzenden Schwartau ein Auewald entstehen.

Für Landrat Reinhard Sager ist der Tag des Baumes der Tag, der in die Zukunft weist. Mit 9,5 Prozent Waldanteil liege Ostholstein im Landesdurchschnitt. Scharbeutz Bürgervorsteher Dr. Klaus Nagel erinnerte an Baumfrevler in der eigenen Gemeinde, die für einen besseren Ostseeblick oder zur Beseitigung des lästigen Laubes unerlaubt Bäume fällten. Alle Menschen sollten nach seinem Bekunden sich daran erinnern mit Bäumen und Natur-Reccourcen achtsamer umzugehen.

"Jeder Hektar mehr Wald, ist ein Mehr an Lebensqualität und im Rahmen des Generationenvertrages eine Investition in die Zukunft", betonte Bernd Friedrichsdorf von den Landesforsten. Jeder Hektar Wald bindet sechs bis acht Tonnen CO2. Obwohl die "Elsbeere" der "Baum des Jahres" ist, entschieden sich die Fachleute für das Pflanzen von Traubeneichen. Sie passen sich mit Blick auf die bevorstehenden Klimaveränderungen am besten an. Friedrichsdorf hofft, dass fünf bis sechs Generationen den neuen Wald und die darin lebenden Tiere genießen können, bevor er in etwa 200 Jahren abgeholzt wird.

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