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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 02:15 Uhr

Schlechtes Straßenpflaster bewegt Plöner

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister-Kandidaten Stefan Meyer, Lars Winter und Jens Paustian erklären ihre Visionen für Plön 2030 und zeigen Wege aus der Finanzkrise der Stadt

von
erstellt am 08.Jun.2016 | 22:52 Uhr

„Paustian freut sich“, „Winter überrascht im ersten Wahlgang“ oder „Stichwahl in Plön“. Diese dem jeweiligen Kandidaten leicht zuzuordnenden Titelzeilen wünschen sich Jens Paustian, Lars Winter und Stefan Meyer am 4. Juli nach der Bürgermeisterwahl in Plön in den Zeitungen. Auf dem Weg zu ihren Zielen hat der städtische Hauptausschuss den Plönern zwei Vorstellungsrunden mit dem Moderator Carsten Kock, Chefkorrespondent bei Radio Schleswig-Holstein, spendiert.

Die drei Kandidaten sprechen am Mittwochabend in der Turnhalle der Breitenauschule über Themen, die die Plöner bewegen: Es sind die Pflasterung der Innenstadt, die schlechte Finanzlage und der Stillstand der Entwicklung der Stadt, erzählen Einzelbewerber und CDU-Mitglied Stefan Meyer und SPD-Kandidat Lars Winter unisono. Der parteilose Amtsinhaber Jens Paustian freut sich über positive Resonanz aus der Bevölkerung, und dass die Bürger die Wahl haben, welchen Bürgermeister sie in Plön wollen.

Als Instrument würde Lars Winter auf Frage von Carsten Kock eine Geige spielen: „Die ist so filigran, wie die Politik und man muss mit Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen.“ Jens Paustian wäre als Auto gern ein Elektro-Auto, das sparsam leise und effektiv fährt. Als Werkzeug könnte sich Radsportler Stefan Meyer ein Multitool vorstellen: „Dann hat man für alle Fälle und alle Bereiche etwas in der Hand.“

Lars Winter beklagt in seiner Vorstellung 20 Jahre gefühlten Stillstand in Plön. Seine Themen sind öffentliches W-LAN, Baugebiete, das Umland und die Erstellung eines Wirtschaftsförderungskonzeptes. „Ich würde als Bürgermeister regelmäßig zu den Menschen nach Hause kommen oder sie mit ins Rathaus nehmen“, bietet er an. So könnte Plön gemeinsam entwickelt und besser gemacht werden: „Ich will wissen, was wichtig ist und tun, was richtig ist.“ Er will in der Verwaltung und nicht an der Verwaltung sparen, effiziente Abläufe schaffen, Mut zu Investitionen haben und die Stadtwerke mehr einbeziehen.

Für Stefan Meyer steckt Plön in einer Sackgasse. Der Ärger darüber sei auch der Auslöser für seine Kandidatur gewesen. Er möchte viele Ideen aufnehmen und geben, Impulse setzen und Vereine und Verbände mitnehmen. „Um eine Zwangsverwaltung zu vermeiden müssen jetzt Pflöcke eingeschlagen werden“, sagt Meyer. Die Stadtwerke sollen helfen, die Einnahmen der Stadt zu verbessern. Und : „Es wird unpopuläre Entscheidungen geben um das strukturelle Defizit zu verringern.“ Es sei ein offener, ehrlicher und verlässlicher Umgang miteinander nötig. Als erstes würde sich Stefan Meyer als Bürgermeister Organisation, Struktur und Aufbau der Verwaltung anschauen.

Jens Paustian charakterisiert sich als „Bürgermeister zum Anfassen“. Er wolle den Plönern gerecht werden und selbst Mensch dabei bleiben. Er sieht den Tourismus als wichtigen Bestandteil: „Unter meiner Feder ist die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz entstanden.“ Er habe ein eigenes Konsolidierungskonzept für die Stadt aufgestellt, das für Einsparungen von einer halben Million Euro im Jahr sorge. Aber: Bund und Land müssten mehr für die Kommunen tun. Jens Paustian will alle städtischen Einrichtungen erhalten: „Ich habe für die Sanierung des PlönBades gesorgt.“ Er will Plön attraktiv und lebenswert erhalten und intensiver mit dem Kommunen des Umlandes zusammen arbeiten. Paustian räumt ein, in elf Jahren Amtsführung als Bürgermeister auch Fehler gemacht zu haben: „Aber was ich mir immer anhören muss, das ist auch nicht schön.“

Moderator Carsten Kock erinnert an das Vorhaben von CDU und SPD, einen gemeinsamen Bürgemeisterkandidaten gegen Jens Paustian aufzustellen und fragte, warum es am Ende nicht gelungen sei. „Die SPD ist auf mich zugekommen“, sagt Winter. Während Stefan Meyer schon als Interessent durch Plön gezogen sei, habe er – Winter – den SPD-Vorstand unter Druck gesetzt.

„Das passiert, wenn man nicht miteinander redet“, resümiert Stefan Meyer. Vor fast einem Jahr schon war er bei allen in der Ratsversammlung vertretenen Parteien vorstellig geworden. Er wollte sich dem Verfahren und als Kandidat zur Auswahl stellen. Doch dann habe die SPD Lars Winter als Kandidaten benannt.

Die Ratsversammlung hat sich geschlossen gegen Jens Paustian ausgesprochen. Moderator Kock will wissen, wie Jens Paustian unter dieser Voraussetzung Bürgermeister sein will: „Das Volk entscheidet und wir arbeiten alle zum Wohle der Stadt – ich würde allen die Hand reichen.“ Paustian räumt ein, dass es viele „Baustellen“ in Plön gibt.

Für Stefan Meyer muss der Bürgermeister Initiator und Motor der Stadt sein. Lars Winter will gemeinsam mit den Plönern die Baustellen angehen. Das seien die Finanzen. „Plön braucht Perspektiven und ein langfristiges Konzept der Haushaltskonsolidierung.“ Dabei müssten Schulden abgebaut und Investitionen vorgenommen werden. Stefan Meyer ist einig mit Lars Winter: „Wir müssen im Umgang mit Geld disziplinierter sein.“ Plön sei nicht gut aufgestellt, um Neubürger in die Stadt zu bekommen. Jens Paustian will beim Problem der Finanzen erst einmal nach vorn schauen. Es stimme etwas mit dem Finanzausgleich nicht.

Einen Ausweg aus dem Finanzdesaster sehen Meyer und Winter in der verstärkten Einbindung der Stadtwerke in die Stadt. „Nahwärme und Breitband könnten von den Stadtwerken erledigt werden“, empfiehlt Winter. Andere Stadtwerke verdienen Geld für die Kommunen. Für Meyer steht fest: „Der Bürgermeister muss Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtwerke sein.“ Auch der Bauhof sollte in die Stadtwerke integriert werden. Und bevor Plön den Gemeinden des Amtes Großer Plöner See eine Verwaltung anbietet, sollte sich die Stadtverwaltung erst einmal selbst attraktiver machen: „Vertrauen kann durch Leistung gewonnen werden.“ Jens Paustian will keinen Zwang für eine gemeinsame Verwaltung mit dem Amt und klagt, dass die Stadtverwaltung schlecht geredet wird. Winter kontert: „Nicht die Verwaltung, sondern Du wirst kritisiert.“

Als Vision für 2030 sieht Winter eine Zukunft im Tourismus, gutes Wohnen und bezahlbare Mieten. Er sei kein Fan der Trammer Seewiesen und wolle die Ansiedlung von Gewerbe fördern. Jens Paustian wünscht sich 2030 einen ausgeglichenen Haushalt, vernünftige Busverbindungen und mehr Einwohner, Stefan Meyer hingegen ausreichend Plätze für die Kinderbetreuung, den Erhalt der Schulen, Bauland für junge Familien in Tramm und ein anderes Pflaster in der Plöner Innenstadt. 

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