Schlagabtausch um Kiesabbau

redepenning
1 von 2

Es bleibt dabei: Der Planungsausschuss bestätigt im zweiten Anlauf sein Votum für eine Ausweitung der Abbauflächen in Kreuzfeld

Avatar_shz von
23. März 2018, 13:15 Uhr

Eigentlich sollte das Thema schon ad acta gelegt sein. Doch weil die Landesregierung Nachbesserungen wie etwa ein Schallgutachten forderte, beschäftigte sich der Planungsausschuss am Donnerstagabend erneut mit der geplanten Ausweitung des Kiesabbaus in der Kreuzfelder Kiesgrube. Konkret geht es dabei bekanntlich um eine rund elf Hektar große Fläche westlich des Holmer Wegs, die das Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld ausbeuten will. Die Mehrheit votierte schließlich mit fünf zu drei Stimmen erneut für die erforderliche 11. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan) und empfahl der Gemeindevertretung, diese zu beschließen. Vertreter von CDU und SPD/Grünen stimmten dafür, Bürger-innen für Malente (BfM), FDP und Freie Wähler dagegen.

Ausschussmitglieder und Mitglieder des von Anwohnern gegründeten Vereins „Pro Mensch, Natur, Umwelt“ lieferten sich zuvor einen intensiven Schlagabtausch. Heftige Kritik an dem von Planer Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein ausgearbeiteten Entwurf brachte BfM-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren vor. Sie nahm dabei besonders das Schallgutachten ins Visier, das sie als „unbrauchbar“ geißelte. Der Gutachter habe sich bei seinen Messungen auf Angaben des Kieswerkbetreibers verlassen, ohne diese zu überprüfen. Nöh-Schürens Fazit: „Ich höre in meinen 40 Dienstjahren als Richterin Gutachten und gebe diese in Auftrag – eine solche eklatante nicht überprüfte Tatsachengrundlage habe ich noch nicht erlebt.“

Neben bekannten Einwänden trug Nöh-Schüren auch eine scharfe Kritik an der Vorgehensweise Nagels vor. „Ich halte die Abwägung für ein mantraartiges Wiederholen von Standardsätzen, ohne sich mit den Anliegen der Bürger auseinanderzusetzen“, rügte sie und erhielt dafür Beifall von Anwohnern.

FDP-Fraktionschef Wilfred Knop, zugleich Dorfvorsteher in Kreuzfeld, erneuerte seine Kritik. „Wir müssen uns fragen, ob wir diese Entscheidung schon treffen müssen“, monierte er. Das Kieswerk habe schließlich noch 25 Hektar genehmigte Abbaufläche zur Verfügung.

Rüdiger Mahnicke, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau, zog die Grundlagen in Zweifel, aufgrund derer ein erhöhter Bedarf an Kies festgestellt wurde. „Das ist ein Aufsatz von 2000, das ist nicht mehr aktuell.“ Er warf Nagel „stereotype Antworten“ in der Abwägung der Einwendungen vor. „Sie gehen überhaupt nicht auf die anderen Interessen ein.“

Jürgen Redepenning (SPD), Ausschussvorsitzender und Vorsitzender der Fraktion von SPD und Grünen, verteidigte die F-Plän-Änderung. Er plädierte dafür, zunächst die weitere Ausbeutung bestehender Kiesabbaugebiete zu ermöglichen. „Wenn wir das nicht machen, haben wir demnächst noch zwei Kiesabbauflächen“, warnte er. Entsprechende Begehrlichkeiten gebe es. Aus seiner Sicht kommt Malente nicht daran vorbei, eine Ausweitung zu ermöglichen. „In Kiel hat man auch keine Einwände gefunden, und jetzt sollen wir in Malente es besser wissen. Wie stellen Sie sich das vor?“, fragte Redepenning die Abbaugegner.

Planer Andreas Nagel wies die vorgebrachte Kritik zurück. „Man kriegt das nicht zerredet“, erklärte er und verdeutlichte, dass mit dem F-Plan lediglich eine Grundlage für weitere Schritte geschaffen werde. „Es wird noch ein Genehmigungsverfahren erfolgen, dann wird alles noch mal intensiv geprüft durch das zuständige Landesamt“, betone Nagel. Daran werde die Gemeinde beteiligt, schob Redepenning hinterher. Eine Anhörung von Bürgern, darauf wies Dagmar Nöh-Schüren hin, werde es dann aber nicht mehr geben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen