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Schill-Kaserne: CDU kritisiert Pläne der Landesregierung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 15:24 Uhr

Die Lütjenburger CDU hat Pläne des Landes kritisiert, in der ehemaligen Schill-Kaserne eine Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 500 Flüchtlinge einzurichten. „Eine Kleinstadt wie Lütjenburg ist mit einer Aufgabenstellung in dieser Größenordnung aufgrund ihrer begrenzten Möglichkeiten überfordert“, erklärten Fraktionsvorsitzender Thorsten Först und Ortsvorsitzender Thomas Hansen. „Im direkten Vergleich müsste die Landeshauptstadt Kiel dann 24 000 Flüchtlinge aufnehmen.“

Bereits heute komme Lütjenburg seiner Verpflichtung, Flüchtlinge aufzunehmen, in bedeutsamem Umfang nach. Sämtliche Asylbewerber, die dem Amt Lütjenburg von der Plöner Kreisverwaltung zur Unterbringung zugewiesen würden, befänden sich in Lütjenburg. Es handele sich hier zur Zeit um 70 Personen. Diese Zahl sei für eine Stadt mit etwa 5300 Einwohnern noch zu bewältigen. „Ehrenamtliche Helfer in Form von Sprachpaten bemühen sich um die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft“, sagte Hansen.

Sollte die Landesregierung ihre Pläne ernsthaft weiter verfolgen, müsse Lütjenburg zwingend zeitnah einbezogen werden, forderte Hansen. Lütjenburg sei bereits bei der Bundeswehrreform einer der großen Verlierer gewesen. „Es kann nicht sein, dass das Land die Unterbringung von Flüchtlingen daran festmacht, wo gerade eine Kaserne leer steht“, kritisierte Hansen. Der Kreistagsabgeordnete sieht die Entwicklungschancen seiner Stadt gefährdet: „Die Bevölkerung hat in mehreren Work-Shops und Einwohnerversammlungen die Entwicklung des Kasernengeländes diskutiert, und entsprechende Vorschläge wurden erarbeitet. Mehrere Investoren stehen bereit, um das Gelände zu entwickeln. Dies darf in keinem Fall durch das Land behindert oder negativ beeinflusst werden.“

Hansen forderte die Bevölkerung auf, an einer Einwohnerversammlung am Mittwoch, 29. Oktober, in der Mensa des Hoffmann-von-Fallersleben-Schulzentrums teilzunehmen. Die Einwohner sollten dort ihre Meinung kundtun.

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