Verwechslungsgefahr : Schilderposse um den Böhm(c)kersweg

....und so an einer Hauswand in der Anliegerstraße.
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....und so an einer Hauswand in der Anliegerstraße.

Ausschuss fordert eine einheitliche Schreibweise und ein Zusatzschild, um Verwechslungen mit dem Nazi-Schergen zu vermeiden.

JulianHeldt_5837.jpg von
07. März 2014, 11:30 Uhr

Heißt er nun „Böhmkersweg“ oder „Böhmckersweg“? Aufmerksamen Autofahrern und Fußgängern wird aufgefallen sein, dass sich diese Frage nicht so leicht beantworten lässt. Auf den beiden Straßenschildern an der Ein- und Ausfahrt zur engen Anliegerstraße heißt es „Böhmkersweg“. In Straßenkarten, Navigationsgeräten sowie auf einem Hausschild (siehe unteres Bild) ist der „Böhmckersweg“ oder Böhmckers Weg" ausgewiesen. Eine durchaus heikle Nachlässigkeit, mit der sich am Mittwochabend auf Antrag der FDP-Fraktion der Bauausschuss beschäftigte.

Die Liberalen hatten gefordert, die nach dem ehemaligen Justizrat Gustav August Dietrich Böhmker (1833-1918) benannte Straße offiziell als „Böhmkersweg“ auszuzeichnen. „Es geht nicht an, dass für Bürger unserer Stadt und für Stadtbesucher auch nur im Ansatz eine Verwechselung mit dem NSDAP-Politiker Johann Heinrich Böhmcker vermittelt wird“, heißt es in dem Antrag der FDP.

Eine Ansicht, die bei allen Ausschussmitgliedern auf Zustimmung stieß. „Es ist für mich unerträglich, dass wir hier den falschen Böhmcker habe“, so die Vorsitzende Monika Obieray (Grüne). Einfach zustimmen konnte sie dem Antrag dennoch nicht. Grund war ein Einwand von Bauamtsmitarbeiterin Karen Dyck. Sie erklärte, dass Justizrat Gustav August Dietrich Böhmker zwar im Taufregister mit „k“ vermerkt sei, im Sterberegister jedoch mit „ck“. „Er ist geboren mit ,k‘, aber gestorben mit ,ck‘.“

Malte Tech (FWE) schlug daraufhin vor, einfach die von dem NSDAP-Politiker abweichende Schreibweise zu nutzen. Dumm nur: Selbst der als „Lattenheini“ bekannt gewordene NS-Scherge schrieb sich je nach Anlass sowohl mit „k“ als auch „ck“. „Klarheit werden wir nur über ein Zusatzschild bekommen“, brachte es Obieray auf den Punkt.

Eine Meinung, der sich der Ausschuss anschloss. Er beauftragte die Stadt mit der Befestigung eines entsprechenden Zusatzschildes, auf dem die Wirkungsdaten von Gustav August Dietrich Böhmker beschrieben werden. Weiterhin soll die Verwaltung eine einheitliche Schreibweise für die Straße festlegen. Ausschlaggebend hierfür soll die Notierung im Eutiner Wegeregister sein. Straßenschilder mit abweichender Schreibweise will die Stadt anschließend demontieren.

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