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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 04:03 Uhr

Schilder-Verbot: Händler gespalten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ordnungsamt sieht Kompromiss als ersten Schritt und will Kontrollen erhöhen / Abgelegene Kaufleute sehen jetzt „große Probleme“

Die Eutiner Kaufmannschaft steht der Entscheidung der Politik zum generellen Verbot von Klappschildern, Werbefahnen und Stelltafeln gespalten gegenüber. „Wir wollen uns in der nächsten Woche auf einer Versammlung eine Meinung dazu bilden“, sagte Klaus Hoth, Vorsitzender der Eutiner Wirtschaftsvereinigung (WVE) gestern. Die Stelltafeln seien eine gute Möglichkeit für Einzelhändler, effektiv zu werben, so Hoth. Doch das Übermaß, das es in der Peterstraße angenommen habe, sei „auch nicht mehr schön“. Hoth: „Da müssen wir uns künftig wohl etwas anderes einfallen lassen.“

Besonders getroffen fühlen sich die Händler aus den Nebenstraßen und Hinterhöfen. Klaus Jetter (Unikate) mit Sitz in der Twiete sagt: „Ortsfremde Kunden kommen zu uns, weil sie unser Schild auf dem Markt gesehen haben.“ Nur eine Warenauslage vor der Tür locke vom Markt niemanden, weil es von dort nicht gesehen werde.

Eine Schuhhändlerin der Innenstadt hat sich schon vor Jahren gegen Werbetafeln entschieden und setzt dafür auf ansprechende Schaufenstergestaltung. Händlern in Hinterhöfen fehlt der Schaufensterbonus: Schusterin Marion Otto-Just wirbt derzeit noch mit einem großen Kuhfell in der Peterstraße für ihr Geschäft im Hof: „Selbst neue Kunden aus Eutin sagen, dass sie das erste Mal am Eingang vorbei gelaufen sind, weil sie den gar nicht wahrgenommen haben. Das wird für mich ein großes Problem.“ Aus ihrer Sicht würde es schon zur Verbesserung beitragen, wenn die Schilderzahl pro Geschäft begrenzt werde. Das ist beim aktuellen Beschluss allerdings nicht geschehen.

Ordnungsamtsleiterin Julia Lunau sieht es dennoch als einen ersten Schritt in die richtige Richtung: „Es ist schwierig, eine für alle akzeptable Lösung zu finden.“ Die soll zusammen mit den Händlern in einem Beteiligungsverfahren im nächsten Jahr erarbeitet werden. Fest stehe in jedem Fall: „Wir werden im nächsten Jahr verstärkt kontrollieren.“ Dies sei wichtig, um die Mindest-Durchgangsbreite von 1,50 Meter sicherzustellen. Bisherige Erfahrungen zeigten: Wenn das Kontrollpersonal weg sei, stehe alles wieder wie vorher.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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