Schilder für die Bedeutung

Noch ist die Bedeutung der Gregorientwiete zwischen Rathaus und Klosterstraße Geschichte. Die ISP will sie erhellen und den Schildern erklärende Zusätze geben.
Noch ist die Bedeutung der Gregorientwiete zwischen Rathaus und Klosterstraße Geschichte. Die ISP will sie erhellen und den Schildern erklärende Zusätze geben.

In Plön sollen durch ein Vorhaben der Initiative Schönes Plön die Namen von Straßen und ihre Bedeutung erklärt werden

shz.de von
06. Juli 2018, 12:37 Uhr

Wer als Einheimischer oder Urlauber Straßenschilder in Plön liest, mag manchmal ratlos davorstehen. „Viele Namen sagen ihnen nichts“, verdeutlichte der 2. Vorsitzende und Schriftwart der Initiative Schönes Plön (ISP) Wolf-Günter Klingelhöller im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT). Daher startet der Verein in diesem Jahr sein Vorhaben, Schilder mit Legenden zu versehen. „Es gibt Schilder mit Personennamen, Namen mit lokalem oder historischem Bezug, Orts- oder Objektbeschreibungen, Gebäude mit historischer Relevanz“, hat Klingelhöller analysiert.

Von 148 Objekten im Stadtgebiet seien 71 (47 Prozent) mögliche Kandidaten. Elf Prozent stehen in Stadtheide, wo die Schilder bereits mit Legenden versehen seien. 42 Prozent hätten einen Ortsbezug, zum Beispiel Lütjenburger Straße, der keiner Erklärung bedürfe. Starten will die ISP mit den Twieten der Innenstadt, danach folgen Straßennamen, dann Begriffe, Gebäude und Schilder zur Stadtentwicklung. Auch die Entstehungszeit von Stadtbezirken erfordere es, die Historie aufzuarbeiten.

An Twieten hat Plön einige vorzuweisen: Kaaktwiete (Weg zum Pranger), Rathaus-, Apotheker-, Kusentrecker (Zahnarzt)-, Schul-, Gregorien- oder auch Anglertwiete. Vorgesehen seien Schilder mit großen Schriftzeichen als Macrolon-Platten vor einer Wand befestigt (40 bis 50 Euro pro Stück) oder aus Alu-Verbund-Platten befestigt an Rohrpfosten (30 Euro/ Stück).In diesem Jahr werde die ISP die Kosten übernehmen, danach sei an einen Modus ISP und Stadt gedacht, erklärte Klingelhöller. „Horrende Kosten werden nicht entstehen“, beruhigte er die Ratsmitglieder. Mit seiner Ausführung, „Övelgönne“ bedeute „übel beleumdeter Bereich“, stieß er auf Widerspruch bei Ann-Christin Eggert (bürgerliches Mitglied, Die Linke). Überliefert seien auch die Übersetzungen „zwielichtige Bewohner“ oder schlechte Befahrbarkeit des Geländes.

Bettina Hansen (SPD) regte an, zu erklären, warum es überhaupt Twieten gab. Diese hätten den Zweck gehabt, Feuer schnell löschen zu können. Thorsten Roth (SPD) schlug vor, alte Schilder zu verkaufen als Spende für neue Schilder-Patenschaften. Man könnte das Projekt in die Schulen bringen, damit sich die Kinder damit auseinander setzen, meinte Heike Charlotte Pracht. Stephanie Meyer (Grüne) würde es schätzen, wenn verblichene Schilder mit Farbe aufgefrischt würden.

Bürgervorsteherin Mechtilde Gräfin von Waldersee nahm dies zum Anlass, auf „viel Schmutz in vielen Ecken“ hinzuweisen. „Einige Mülleimer werden nicht gefunden, andere quellen über.“ Der Bauhof sei mit der Reinigung nicht nachgekommen, so Winter und bot an: „Zeigen Sie mir die versteckten Mülleimer.“ Seiner Ansicht nach würde jemand, der einen Mülleimer sucht, auch einen finden. Einstimmig erhielt die Verwaltung den Auftrag, zur Finanzierung der Schilderlegenden ab 2019 einen Vorschlag in den Haushaltsentwurf einzubringen.

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