Schießsport ächzt unter Vorschriften

Schießstandsachverständiger Ulrich Schütt referierte über den Schießstättenbetrieb.
Schießstandsachverständiger Ulrich Schütt referierte über den Schießstättenbetrieb.

Kreisschützenverband informiert Mitglieder über Auflagen für Schießstände

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09. Juli 2014, 12:04 Uhr

„Da muss man ja richtiger Rechtsexperte sein“ und „Will man dem Schießsport den Garaus machen?“ Kommentare dieser Art waren im Schießstand der Eutiner Sportschützen zu vernehmen, als der Kreisschützenverband seine Informationsserie fortsetzte. Zum Thema „Rechte und Pflichten eines Schießstandbetreibers“ referierte Ulrich Schütt, seit zehn Jahren ehrenamtlicher Schießstandsachverständiger. Vor 32 Vertretern aus 13 Vereinen und dem fast kompletten Kreisvorstand zeigte er anhand von Praxisbeispielen die vielschichtige Problematik auf.

„Wir dürfen die Augen nicht verschließen vor den Anforderungen an Schießstände. Sonst machen uns irgendwann die Behörden unsere Sportstätten dicht“, mahnte Heinrich Möller, Vorsitzender des Kreisverbandes, dem 35 Vereine angehören.

Ulrich Schütt zählte auf: „Da gibt es die notwendigen Baugenehmigungen, daneben muss eine Betriebserlaubnis beantragt werden. Extra-Richtlinien über die Errichtung, die Abnahme und das Betreiben von Schießständen müssen genau beachtet werden.“ Die Auflagen und Bedingungen in den Genehmigungsbescheiden seien umzusetzen, sonst drohe das Erlöschen der Grundlagen.

„Wir können nicht auf städtische Sportanlagen zurückgreifen. Hier auf dem Vogelberg haben wir über Jahrzehnte gebaut, nachgebessert und immer wieder mit viel Geldaufwand neue Anforderungen erfüllt“, merkte der Vorsitzende der Eutiner Sportschützen, Jörg Hunke, an. Zuletzt habe der 60 Jahre alte Verein eine Waffenkammer mit Alarmsystem und Fremdüberwachung installiert.

Ulrich Schütt ging auf eine notwendige Haftpflichtversicherung mit einer Million Euro Deckungssumme ein, nannte Pflichten wie Meldung von verantwortlichen Personen, von Erste-Hilfe-Nachweisen oder Probleme bei der Beseitigung von Pulverresten auf Schießbahnen. Weitere Themen waren: Raumluftanlagen, Sicherheitsbeleuchtung und Arbeitsschutzvorschriften.

Heinrich Möller kündigte an, dass die Info-Reihe fortgesetzt wird. Weitere Themen seien Kleinkaliberstände, Verwaltungsberufsgenossenschaft und Lehrgänge sowie in Zusammenarbeit mit dem Kreissportverband das Thema Sportversicherungen.

Die Mitgliedsvereine blieben aufgefordert, dem Kreisvorstand Fragen zu stellen und Probleme zu benennen. Möller abschließend: „Die in den Vereinen verantwortlichen Ehrenamtler können alle voneinander lernen, unsere Spezialsportart verlangt enormes Wissen und engagierte ehrenamtliche Funktioner. Nur so werden wir auch neue Mitglieder gewinnen.“

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