Schandflecken verschwinden

Wird abgerissen: Das leerstehende „Hotel zum Uklei“.
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Wird abgerissen: Das leerstehende „Hotel zum Uklei“.

„Hotel zum Uklei“ wird abgerissen, das ehemalige virologische Institut mit neuen Leben erfüllt

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08. November 2018, 13:08 Uhr

Die Sielbecker müssen sich nicht mehr lange über den Schandfleck „Hotel zum Uklei“ ärgern. Es wird abgerissen und durch Neubauten von zwei zweigeschossigen Mietshäusern ersetzt. Außerdem wird das ehemalige virologische Institut mit neuen Leben erfüllt. Das waren die Schwerpunkte einer gutbesuchten Dorfschaftsversammlung im Uklei-Fährhaus.

Unter den vielen Besuchern waren auch Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Carsten Behnk sowie Stadt- und Ausschussvertreter und Mitarbeiter der Verwaltung. Zu Beginn berichtete Dorfvorsteher Martin Syring über zahlreiche Aktivitäten des Dorfvorstandes und bemängelnde bei einigen Aktionen eine geringe Resonanz, während das Sommerfest ein voller Erfolg wurde. Behnk erläuterte die vielen abgeschlossenen und in Planung befindlichen Projekte der Stadt Eutin.

Schwerpunkte der Versammlung waren allerdings die künftigen Verwendungen der leer stehenden „Hotel zum Uklei“ und des ehemaligen virologischen Institutes. Die Informationen zum Hotel fielen allerdings karg aus, da Hans-Peter Wandhoff, einer der Investoren, aus zeitlichen Gründen verhindert war. Wie Syring bekannt gab, ist der Komplex nicht mehr sanierungswürdig und soll abgerissen werden. Dafür sollen zwei zweigeschossige Einzelhäuser entstehen, in der Eigentums- und Mietwohnungen untergebracht sind. Ferienwohnungen seien nicht geplant, sagte der Dorfvorsteher. Ein Abrissantrag konnte noch nicht gestellt werden, da planerische Voraussetzungen fehlen, die in Kürze beschlossen werden sollen.

Wesentlich umfangreicher waren die Informationen zum ehemaligen virologischen Institut. Auf dem idyllischen und direkt am Kellersee gelegenen rund 9000 Quadratmeter großen Grundstück soll neben der denkmalgeschützten Villa ein großer zweigeschossiger Komplex für zwei ambulant geführte Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen entstehen. Jukka Heymann, der bereits eine solche Einrichtung am Plöner Koppelsberg erfolgreich führt und langjährige Erfahrungen im Projektmanagement für Demenzerkrankte gesammelt hat, erläuterte ausführlich die Baupläne und die künftige Nutzung. In Sielbeck sollen 22 Wohnungen entstehen, die deutlich über den Mindestanforderungen ausgestattet werden. Im Mittelpunkt steht ein großer Gemeinschaftsbereich, in dem auch gemeinsam gekocht und gegessen wird. Für die kompetente Betreuung steht qualifiziertes Personal bereit. „Unser Personalschlüssel ist deutlich höher als in anderen Einrichtungen“, erläuterte Heymann. Es werden 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Besondere an dem Projekt ist die Möglichkeit, dass Erkrankte gemeinsam mit ihrem gesunden Partner einziehen können. „Gerade hier besteht eine große Nachfrage“, so Heymann. Zudem ist die Haltung von Schafen, Katzen und Hunden geplant. „Die Tiere geben den Kranken ein besseres Selbstwertgefühl. Wir haben da sehr gute Erfahrungen gemacht“, führte Heymann aus. In der alten Villa, an der bereits die Fassade überarbeitet wurde, werden Wohnungen für „anspruchsvolle Ruheständler“ entstehen. Die große Terrasse wird künftig als Wintergarten genutzt. Heymann hofft, dass noch in diesem Jahr, spätestens im Frühjahr, mit den Baumaßnahmen begonnen wird. Den Sielbeckern schienen die Ausführungen von Jukka Heymann zu überzeugen, denn es gab nicht eine kritische Wortmeldung.

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