X-Factor-Kandidat Alexander Knappe : "Sarah Connor gab mir Tipps beim Kaffee"

Will ins Musikbusiness: Alexander Knappe trat als Sänger im Fernsehen auf und arbeitet jetzt an seiner ersten CD.
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Will ins Musikbusiness: Alexander Knappe trat als Sänger im Fernsehen auf und arbeitet jetzt an seiner ersten CD.

Der ehemalige BSG-Spieler Alexander Knappe über seine vorgetäuschte Verletzung bei "X-Factor", Angebote von Seifenopern und sein aktuelles CD-Projekt.

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06. Januar 2011, 10:33 Uhr

Eutin | Drei Jahre spielte der Berliner Alexander Knappe (25) Fußball bei der BSG Eutin. Aber er sorgte auch abseits des Platzes für Schlagzeilen: Als Schlagersänger trat Knappe 2008 beim MDR auf, im Frühjahr 2010 war er mit der Countryband "BBQ" in zwei Sendungen des ZDF-"Fernsehgartens" zu sehen. Im Sommer bewarb sich der 25-Jährige bei der Castingshow "X-Factor" auf Vox, wo er es unter die letzten sechs Solosänger schaffte. Brisant: Der Jury mit Sarah Connor täuschte er einen Kreuzbandriss vor.

Alexander Knappe leistete seit 2007 seine Bundeswehrzeit in Eutin ab, Ende 2010 war sein Abschiedsspiel bei der BSG, wo er als Spielmacher ein Leistungsträger war. In der Saison 2008/09 war er allerdings aus der Mannschaft geworfen worden, nachdem er einen Gegenspieler geschlagen hatte; kurz vor dem Saisonende kam er zurück. Inzwischen studiert Alexander Knappe in Berlin Sportwissenschaften.
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OHA: 2009 hat deine Musikkarriere einen Schub bekommen. Mit der Band BBQ warst du im ZDF zu sehen.
Knappe: Ja, das ist richtig. BBQ war ein interessantes Projekt für mich, da unter anderem acht Sendungen im ZDF geplant waren und ja auch stattgefunden haben. Ich selbst habe als Teil der Band allerdings nur zwei Auftritte wahrnehmen können. Es war eine tolle Erfahrung, in solch einer erfolgreichen Sendung als Künstler aufzutreten.

Dann hast du an den Castings von X-Factor teilgenommen. Wie stellt man sich das vor?
Parallel zu BBQ fand das erste X-Factor-Casting statt. Ich hatte mich dort schon im Winter beworben und wurde eingeladen. Wie jeder Kandidat habe auch ich eine Nummer bekommen. An diesem ersten Castingtag singt man nicht sofort vor der TV-Jury, sondern durchläuft so genannte Vorcastings vor mehreren Jurys, die aus Mitarbeitern von RTL, Vox und der Produktion bestehen. Hier wurden von circa 24 000 Bewerbern vielleicht 1000 Kandidaten ausgewählt, die dann vor der TV-Jury singen durften. Mit ,,Halt mich" von Herbert Grönemeyer konnte ich die Jury voll überzeugen. Von da an galt ich sogar als Favorit bei X-Factor.

Beim Casting hat dich Sarah Connor gefragt, wo du sonst singst und du hast nichts von deinen Auftritten erwähnt. Hast Du einen Nachteil dadurch befürchtet?
Natürlich muss man in den Vorcastings alles angeben, das habe ich auch gemacht. Genau deswegen habe ich auch keinen Nachteil erwartet. Im Übrigen hat mich Sarah nur gefragt, was ich aktuell zu diesem Zeitpunkt gemacht habe und da gab es erstmal kein Projekt. Ich hing in der Luft.

Du hast die Jury überzeugt. Doch damals warst du noch Mitglied bei BBQ. Wie ging es weiter? Wie verhielt es sich mit dem ominösen Kreuzbandriss?
Nach meinem überzeugenden Auftritt im ersten Casting wurde ich in das Boot camp eingeladen, welches allerdings erst zwei Monate später stattfand. Einen Tag nach meiner Einladung in die zweite Runde (Bootcamp) kam das Angebot für BBQ. Ich musste mich entscheiden und habe zunächst BBQ gewählt. X-Factor schien mir zunächst zu unsicher, trotz meiner Favoritenrolle. Ich wusste aber, wenn ich bei X-Factor einfach so absage, dann nimmt man mir das nicht ab, deswegen habe ich mich für die Notlüge Kreuzbandriss entschieden. Das war ein Fehler. Nach den zwei Auftritten mit BBQ gab es vertragliche Probleme. Dazu kam, dass RTL permanent anrief und mich umstimmen wollte, doch noch weiter bei X-Factor mitzumachen. Ich war in einer schwierigen Situation. Nach mehreren Telefonaten mit RTL, die sehr hartnäckig waren, kam irgendwann der Punkt, wo ich mir gesagt habe - okay, ich gehe da jetzt mit gespieltem Kreuzbandriss hin, singe vor Till Brönner und fliege dann bestimmt raus. Da habe ich falsch gedacht. Till Brönner entdeckte mein Talent. Ich wusste natürlich, dass ich die eigentliche Notlüge offenbaren musste. Dies tat ich direkt nach dem Bootcamp. Till Brönner war natürlich nicht begeistert.

Es folgten noch weitere Aufzeichnungen und die Vorbereitungen zu den Live-Shows. Wie erging es dir dort?
Es ging in das so genannte Juryhaus in Rom. Dort hatte ich es unter die letzten sechs in meiner Kategorie geschafft. Dort wurde ja alles aufgelöst. Ich hatte alles auf eine Karte gesetzt und BBQ abgesagt, um zu X-Factor zu gehen. Ich hatte gehofft, dass mir die Kreuzbandgeschichte nicht das Genick bricht. Till hat sich gegen mich entschieden - offiziell aufgrund meiner Leistung im letzten Vorsingen. Kurz vor den Liveshows bin ich gescheitert. Für mich war das sehr hart. Trotzdem wurde ich von der Jury als erster Ersatzkandidat nominiert und wurde in die kompletten Vorbereitungen der Liveshow involviert. Diese zwei Wochen in Köln haben mir unglaublich viel gebracht, auch wenn ich dieses Jahr mein Können nicht live dem Publikum zeigen konnte.

Und wie war es mit Sarah Connor, Till Brönner und George Glueck zusammenzuarbeiten?
Mein Mentor war ja Till Brönner. Ein unglaublich toller Künstler. Ich habe viel von ihm gelernt und werde es auch noch weiter tun. Auch Sarah hat mir als Gesangskollegin viele Tipps gegeben, in den letzten Wochen auch oft beim Kaffee in meiner Heimatstadt Berlin, wo auch sie wohnt. Mit George hatte ich weniger zu tun.

Was hast du für dich persönlich aus der Zeit bei X-Factor mitgenommen?
Ich wusste immer, wenn ich zu einer Castingshow gehe, dann muss es ein neues Konzept sein. Was anderes außer den üblichen wie DSDS. Das hatte X-Factor. Hier wird man als Künstler wahrgenommen und fair behandelt. Auch nach einem Ausscheiden. Wenn ich eins gelernt habe: Sei immer geradlinig. Tanze nicht auf mehreren Hochzeiten.

Was macht eigentlich der Fußballer Alexander Knappe?
Der Fußballer Alexander Knappe spielt beim SV Falkensee Finkenkrug in der Brandenburgliga. Ich spiele im Sturm und hoffe natürlich, dass wir dieses Jahr in die Oberliga aufsteigen und im Pokal so weit wie möglich kommen.

Wie wird es nun für den Musiker Alexander Knappe weitergehen?
Nach X-Factor gab und gibt es immer noch viele musikalische, aber auch schauspielerische Anfragen von den Seifenopern "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Unter uns". Aber ich habe wegen meines Studiums abgelehnt. Musikalisch wird es definitiv weitergehen. Zurzeit arbeite ich intensiv mit verschiedenen Produzenten an meinem ersten Album. Dieses Jahr wird mein Jahr. Und, wer weiß, vielleicht gibt es auch ein Comeback bei X-Factor. Jeder hat eine zweite Chance verdient.

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