Sanfte Klänge für Laute und Mezzosopran

Sabine Loredo Silva und Ulf Dressler in der Schönwalde Kirche.
Sabine Loredo Silva und Ulf Dressler in der Schönwalde Kirche.

shz.de von
20. August 2018, 12:52 Uhr

„Clear or Cloudy“ hieß ein Konzert von Mezzo-Sopranistin Sabine Loredo Silva und Lautenspieler Ulf Dressler. Heiter bis wolkig waren auch Melodien und Texte, denen 30 Konzertbesucher in der Schönwalder Kirche am Sonnabend lauschten. Das Duo nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise in die elisabethanische Zeit, in der sich der englische Hof noch fünf Lautenspieler leistete. Einer von ihnen war die letzten 14 Jahre seines Lebens John Dowland. Im 16.Jahrhundert geboren ist er der bekannteste Lautenspieler von der Insel. Neben getragenen Balladen ging es mit „The Dark is my Delight“ von John Marston auch schmissig zu. „Die Laute war im 16. und 17. Jahrhundert auch das Instrument des einfachen Volkes“, erfuhren die Zuhörer von Ulf Dressler. Entsprechend waren auch die Inhalte der Texte, die an gut besuchten Orten vorgetragen wurden und so Vorgänger heutiger Sozialer Medien waren. Die „Broadside Ballads“ beschreiben so den Moritaten gleich ruhmreiche Geschichten ebenso wie Schicksale von Verbrechern und gefallenen Mädchen. „The Hunt is up“ beschreibt die Suche Heinrich VIII. nach einer Frau und spielt dabei mit den phonetisch gleichen Worten „Deer“ für Reh und „Dear“ für die Liebste. Sabine Loredo Silva führte die Konzertbesucher immer wieder in die Texte und anfänglich in das Leben Dowlands ein.

Dressler ließ auch Lautensoli von John Sturt erklingen und gab Einblicke in die Geschichte seines Instrumentes, dessen Name nicht wie oft vermutet vom Wort „laut“ stammt. Vielmehr entspringt der Name dem arabischen Wort für „das Holz“, was als „leuto“ Einzug ins Italienische fand. Die Begeisterung der Konzertbesucher dauerte über dessen Ende an. Viele kamen mit Ulf Dressler ins Gespräch über sein Instrument mit dem ganz eigenen Klang.

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