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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 15:52 Uhr

Sana-Klinik setzt neues Schluckendoskop ein

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 14:37 Uhr

Medizinischer Fortschritt in der Eutiner Sana-Klinik: Das Krankenhaus setzt bei der Behandlung von Patienten mit akuten Schlaganfällen und Schluckerkrankungen ein neues Schluckendoskop ein. Das Instrument mit dem Namen „Vivideo“ habe der Hersteller des Geräts der Klinik zuvor im Rahmen einer fachlichen Kooperation deutschlandweit als ersten Prototyp zur Evaluierung zur Verfügung gestellt, teilte die Sana-Klinik mit. Nach monatelanger Erprobung sei das Endoskop jetzt im Dauereinsatz.

Das Besondere ist der Einführschlauch mit dem vergleichsweise sehr geringen Durchmesser von nur drei Millimetern. „Die Untersuchung ist für den Patienten sehr viel schonender durch den dünneren Schlauch und die praktische Handhabung“, sagt Privatdozent Dr. Jonas Mudter, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in der Sana-Klinik Eutin. Die Untersuchung mit dem Schluckendoskop erfolge durch die Nase, durch die das Endoskop in den Rachen eingeführt werde. Das feine Gerät verfüge an der Spitze über eine bewegliche Optik. Per Videochip würden viel hochwertigere Bilder als bisher in HD-plus-Qualität an den Computer geschickt. Dort könnten die Ärzte die Ergebnisse genau auswerten. Nach der Untersuchung könne dann ein spezielles Behandlungskonzept für den Betroffenen erarbeitet werden. „Für die weitere Behandlung ist es sehr wichtig, genau festzustellen, ob das Training wie Logopädie und Physiotherapie sowie die Medikamente schon soweit helfen konnten, dass der Patient wieder allein schlucken kann“, erläutert Mudter.

Jedes Jahr erlitten mehr
als 270  000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel im Gehirn. Entscheidender Aspekt bei der Behandlung: Bei 78 Prozent der Schlaganfall-Patienten trete – zumindest vorübergehend – eine Störung im Schluckzentrum auf. Sei das Schlucken gestört, bestehe die große Gefahr, dass Speisen und Getränke in die Luftröhre und damit in die Bronchien gerieten. Das erhöhe das Risiko einer Lungenentzündung und könne den Genesungsprozess stören.

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