Eutin : Sana-Klinik kämpft mit Verunsicherung

Keine Sekunde bereut hat Annette Özoglan (Mitte), dass sie zur Geburt ihres Sohnes Sami in die Eutiner Wochenstation gegangen ist. Zu dessen Team gehören (von links) Dr. Katja Stenzel, Bernhard Schwartau sowie (von rechts) Hebamme Heike Strohschänk und Assistenzärztin Dr. Katja Sandmann.
Foto:
1 von 2
Keine Sekunde bereut hat Annette Özoglan (Mitte), dass sie zur Geburt ihres Sohnes Sami in die Eutiner Wochenstation gegangen ist. Zu dessen Team gehören (von links) Dr. Katja Stenzel, Bernhard Schwartau sowie (von rechts) Hebamme Heike Strohschänk und Assistenzärztin Dr. Katja Sandmann.

Keine Abteilung in der Eutiner Klinik ist durch Wasserschäden eingeschränkt. Vor allem von Schwangeren gab es besorgte Anrufe.

von
29. November 2017, 11:00 Uhr

Ein Trommelfeuer von Berichten in Zeitungen, Radio und Fernsehen über die Krankenhausversorgung in Ostholstein allgemein und Probleme mit Wasserschäden in der Eutiner Sana-Klinik im Besonderen haben eines geschafft: Viele Menschen zu verunsichern. Vor allem Schwangere beschäftigt die Frage, ob sie sich nicht besser eine andere Klinik für die Entbindung suchen sollten?

Annette Özoglan erging es ebenso, als sie vergangene Woche kurz vor der Niederkunft stand, und folgte schließlich dem Rat ihres Mannes: „Dann ruf doch einfach mal an.“

Die 38-Jährige aus dem Norden des Kreises war bei weitem nicht die einzige, die gründlich verunsichert war durch Meldungen über Wasserschäden in der Eutiner Klinik und die Ankündigung der Sana-Geschäftsführung, lieber eine neue Klinik zu bauen als die alte zu sanieren. „Es hat viele Anrufe gegeben,“ bestätigt Daniela Menke, Ärztin der Geburtshilfe.

Annette Özoglan, deren Sohn Sami am Sonnabend zur Welt kam, hat die Entscheidung für Eutin nicht bereut, nachdem ihre ersten beiden Kinder
in dem mittlerweile geschlossenen Kreißsaal in Oldenburg geboren wurden. „Wir sind hier super aufgenommen und betreut worden, alle sehr freundlich, alles war rundum gut“, sagte sie gestern über die Eutiner Geburtsstation. Ihr Urteil hat Gewicht, weil sie die Eutiner Wochenstation mit Oldenburg vergleichen kann, und ganz besonders, weil sie als examinierte Krankenschwester vom Fach ist.

Vor vier Jahren war die Frühchenstation der Eutiner Sana-Klinik wegen eines Wasserschadens für ein halbes Jahr umgezogen. Aktuell sind weder diese sogenannte Neonatologie, noch die Wochenstation durch irgendetwas eingeschränkt: „Unser Betrieb hat sich nicht verändert“, betont Bernhard Schwartau, Kreißsaal-Oberarzt und Leiter der Geburtshilfe.

Den jüngsten Wasserschaden hatte im September die Pädiatrie getroffen, also die Station, auf der kranke Kinder behandelt werden. „Die Kinder-Klinik ist umgezogen und weitgehend eingerichtet“, sagt Dr. Katja Stenzel, Leiterin des Mutter-Kind-Zentrums und Chefärztin für Neugeborene, Kinder- und Jugendmedizin. „Auch ein neues Spielzimmer steht zur Verfügung, und wir haben begonnen, weihnachtlich zu schmücken.“

Ihre neue Bleibe hat die Kinderstation in Räumen gefunden, aus denen die Tagestherapie ausgezogen ist, im Erdgeschoss der Klinik auf der rechten Seite. In der Halle weist auch ein Schild auf die Station am neuen Ort hin. „Das wird auch nicht vorübergehend sein“, betont die Chefärztin, „wir werden hier auf absehbare Zeit bleiben“ – möglicherweise bis zu einem Umzug in eine ganz neue Klinik. Das könnte allerdings noch fünf bis sechs Jahre dauern.

Die Sana-Klinik ist bemüht, der Verunsicherung entgegen zu steuern, und hofft, dass sich nicht schon Schwangere gegen Eutin entschieden haben. „November ist normalerweise ein Monat mit wenig Geburten,“ sagt Daniela Menke, das nähre die Hoffnung, dass die geringe Auslastung in diesen Tagen nichts mit der öffentlichen Diskussion über das Krankenhaus zu tun habe.

Wichtige Stütze der Klinik sind natürlich die Hebammen, die wissen, dass die Klinik ganz normal weiter arbeitet. Und unverändert finden Informationsveranstaltungen für werdende Eltern am jeweils ersten Montag im Monat in der Klinik statt (siehe Info-Kasten). Und wer immer noch Zweifel hat, kann es einfach machen wie Annette Özoglan und einfach
mal in der Klinik anrufen (Telefon 04521/787-0).

zur Startseite

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert