Oldenburg : Sana bleibt dabei: Die Geburtshilfe wird geschlossen

Auf Kreis- und Landesebene wurde die Forderung nach dem Erhalt der Geburtshilfestation in Oldenburg immer lauter.
Auf Kreis- und Landesebene wurde die Forderung nach dem Erhalt der Geburtshilfestation in Oldenburg immer lauter.

Trotz alle Appelle: Die Geburtshilfe in Oldenburg stellt zum 1. August den Betrieb ein.

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16. Juli 2014, 19:20 Uhr

Die einmütigen Appelle von Kreistag und Landtag, die Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg noch einmal zu überdenken, haben nichts gefruchtet: Die Sana Kliniken Ostholstein GmbH hält daran fest, ab 1. August nur noch in Eutin stationär Geburtshilfe zu leisten. Das teilte Sana-Sprecherin Dr. Barbara Kempe gestern mit.

Demnach hat die GmbH-Geschäftsführung mit der Hauptgesellschafterin, der in München ansässigen, von 30 privaten Krankenkassen gebildeten Sana Kliniken AG, noch einmal das Thema erörtert. Doch auch diese Beratung habe nichts mehr an der zum 1. August geplanten Einstellung der Geburtshilfe in Oldenburg geändert.

„Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist weiterhin die Tatsache, dass in Oldenburg die Vorgaben der Fachgesellschaften für die strukturelle Vorhaltungsqualität in der Geburtshilfe nicht erfüllt werden“, sagte Kempe. Dabei spielt die Zahl der jährlichen Geburten eine Rolle: In Oldenburg waren das zuletzt 180, doch 700 sind das Mindestmaß, um die Vorgaben für eine medizinisch gesicherte Qualität bei der Geburtshilfe zu erfüllen. Schon jetzt wählten die meisten Schwangeren aus dem Nordkreis zur Entbindung Kliniken, die wie Eutin mit einer höheren Geburtenzahl mehr Routine auch bei der Beherrschung von Komplikationen haben.

Kempe weiter: „Eine Neubewertung der Situation von unabhängiger Stelle würde zum jetzigen Zeitpunkt nach Ansicht der Sana Kliniken Ostholstein keine Veränderung der Situation erbringen. Die medizinischen Risiken und die Verantwortung eines weiteren Betriebs der Geburtshilfe in Oldenburg können von den Sana Kliniken Ostholstein nicht mehr getragen werden.“ Überdies würden die Sana Kliniken Ostholstein mit der Bündelung der Geburtshilfe in Eutin den Krankenhausplan des Landes erfüllen, der im Kreis nur einen Geburtshilfe-Standort vorsieht. Dafür sei man konzeptionell auch gut gerüstet.

Landrat Reinhard Sager reagierte auf die Sana-Erklärung mit den Worten: „Die Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg ist bedauerlich. Die Gremien des Kreises haben alles versucht, noch eine Verlängerung zu erreichen. Es ist ärgerlich, dass nach Lage der Dinge die Entscheidung des Unternehmens unabänderlich erscheint.“

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