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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 09:04 Uhr

Süsel : Sammelunterkunft im Süseler Rathaus?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die SPD wehrt sich vehement dagegen, in den leeren Räumen des Verwaltungsgebäudes eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge einzurichten und kritisiert den Bürgernmeister.

von
erstellt am 16.Sep.2015 | 04:00 Uhr

Ungewöhnlich harmonisch lief die jüngste Sitzung des Finanzausschusses der Gemeinde Süsel am Montagabend mit vielen einstimmigen Beschlüssen – aber am Ende wurde es laut: In der von allen Rednern mit großem Ernst getragenen Diskussion, wie man in der Gemeinde am besten die Unterbringung von Flüchtlingen in bislang ungeahnter Größenordnung vorbereiten sollte, ging der SPD-Fraktionssprecher Albrecht Dudy mit Bürgermeister Holger Reinholdt (Freie Wähler Süsel) ins Gericht: Der habe nicht ausreichend nach freiem Wohnraum gesucht.

Reinholdt selbst hatte die Diskussion mit einem Antrag angeschoben: Danach sollte der Ausschuss der Verwaltung den Prüfauftrag erteilen, ob die leer stehenden Räume im Süseler Rathaus schnell zur Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden könnten. Der Wohnungsmarkt werde nicht die Reserven für die Aufnahme von 51 Flüchtlingen bieen, die die Gemeinde vielleicht sogar kurzfristig aufnehmen solle, so Reinholdt.

Im Süseler Rathaus gebe es im Obergeschoss freie Räume, die sich vielleicht in Unterkünfte für bis zu 18 Personen umbauen ließen. Zumindest sollte man das prüfen.

CDU-Fraktionssprecher Adrianus Boonekamp (CDU) pflichtete bei. Ein solcher Schritt wäre auch ein Signal an die Bevölkerung, dass die Gemeinde zum Handeln bereit sei.

Albrecht Dudy formulierte starke Zweifel, dass sich ein Bürogebäude einfach in eine Wohnunterkunft verwandeln lasse, in der sanitäre Einrichtungen, Duschen und auch eine Küche zur Verpflegung gebraucht würden – ganz zu schweigen von den Brandschutzauflagen. Im übrigen sei die Bildung von Sammelunterkünften nicht ratsam.

Seine Anfragen bei Wohnungsbaugesellschaften hätten überraschende Ergebnisse zutage gefördert, sagte Dudy weiter: Es gebe allein im Süseler Hochhaus drei freie Wohnungen. Das sei der Gemeinde mitgeteilt worden, die habe aber nicht reagiert. Und er sei sicher, dass es noch viel mehr freie Wohnugen gebe, wenn man ernsthaft auf die Suche gehe.

Reinholdt reagierte mit dem Hinweis, es könne nicht die Aufgabe eines ehrenamtlichen Bürgermeisters sein, freie Wohnungen zu suchen, der Dudy in Harnisch brachte: „Doch, das ist auch eine Aufgabe des Bürgermeisters, der eine Aufwandsentschädigung kassiert.“

Die SPD schlug statt der Rathaus-Prüfung einen Stufenplan vor. Als erstes intensiv freie Wohnungen suchen, außerdem die Nutzung von Dorfgemeinschaftshäusern und Standorte für Container prüfen, außerdem verschiedene Modelle – von Mietkauf bis sozialen Wohnungsbau – abklopfen. Dieser Antrag fand mit drei SPD-Stimmen und dem FWS-Vertreter Marvin Mews eine Mehrheit.

Dudy betonte auch, dass Süsel für eine schnelle, vorübergehende Unterbringugn von Flüchtlingen keine Turnhalle in Beschlag nehmen müsse: Dafür könnte nach seinen Recherchen auch das Jugendheim Tannenhöhe in Süsel genutzt werden.

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