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Schöffengericht Plön : Sammelleidenschaft endete vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein reichlich vorbestrafter 36-Jähriger aus Preetz wurde wegen Diebstahls und unerlaubtem Waffenbesitzes verurteilt. Trotz langen Strafregisters bekam er noch einmal Bewährung.

Seine Sammelleidenschaft für Messer führt dazu, dass ein 36 Jahre alter Preetzer immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz gerät. So auch am Dienstag, als er wegen bewaffneten Diebstahls, unerlaubten Waffenbesitzes und Raubes vor dem Plöner Schöffengericht stand. Am Ende wurde ein Anklagepunkt eingestellt, in einem weiteren wurde der Angeklagte freigesprochen. Wegen bewaffneten Diebstahls und unerlaubten Waffenbesitzes aber wurde er zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der Mann seine Messersammlung bei der Polizei abliefern – eine Auflage, die ihn sehr viel stärker als das eigentliche Urteil zu treffen schien.

Drei der Anklagepunkte gab der Mann, der bereits 25 Vorstrafen hat und dessen Bewährung noch läuft, zu. Ja, er habe am 25. September 2012 am Preetzer Bahnhof ein Fahrrad geklaut. Da er dabei zwei Messer in der Tasche hatte, wurde aus dem einfachen ein bewaffneter Diebstahl. Auch dass er am 1. Januar 2013 mit einer Schreckschusspistole in einer Bushaltestelle saß, leugnete der Mann nicht. Dabei hatte das Gericht ihm den Besitz von Waffen verboten. Waffen, insbesondere Messer, sind die Leidenschaft des Mannes. „Ich sammele Messer, das ist mein Hobby. Meistens stehen sie in der Vitrine, aber manchmal nehme ich welche mit“, schilderte der 36-Jährige. So auch am 25. Mai 2013, als er mit zwei Messern zum Preetzer Schusterfest ging.

Nicht beweisen konnte das Gericht ihm allerdings den Raubüberfall auf eine Frau am 31. Januar 2012. Der 62-Jährigen war von einem Fahrradfahrer ihre Handtasche entrissen worden. Zwar handelte es sich bei dem zurückgelassenen Rad um das des Angeklagten. Aber da er selbst nicht erkannt wurde und nicht sicher war, wann er das Rad das letzte Mal nutzte, sprach das Gericht ihn in diesem Punkt frei. Dass es noch einmal Bewährung gab, war nach Aussage des Richters eine Ausnahme. „Das ist der allerletzte Warnschuss“, gab er dem Angeklagten mit auf den Weg. Der nickte: „Ich habe verstanden.“

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erstellt am 03.Okt.2013 | 16:35 Uhr

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