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Ostholsten : Sager gegen neues Telekom-Privileg

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Landrat des Kreises Ostholstein fürchtet durch die Politik der Telekom beim Breitbandausbau Nachteile für ländlichen Raum.

Das Vorhaben der Deutschen Telekom, sich Exklusivrechte zur Modernisierung ihrer Anlagen für bessere Internet-Verbindungen zu sichern, erregt auf kommunaler Ebene massiven Widerstand. Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (Foto), Präsident des Deutschen Landkreistages, warnte gestern vor gravierenden Nachteilen für den ländlichen Raum: „Sollte die Bundesnetzagentur dem Telekom-Antrag stattgeben, droht die Fläche weiter von schnellen Internetverbindungen abgehängt zu werden.“

In Berlin findet heute eine Anhörung zum Antrag der Telekom statt, Privilegien für den Einsatz der Vectoring-Technologie zu erhalten. Damit soll das alte Kupfernetz im Bereich der Hauptverteiler mit bis zu 100 Mbit/s deutlich schnelleren Datenverkehr ermöglichen – allerdings nur da, wo diese Kabelverteiler in den Orten bereits vorhanden sind.

Das aber sehen der Deutsche Landkreistag (DLT) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Gefahr für den finanziell tragbaren Breitbandausbau auch in weniger besiedelten Gebieten. „Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler bewirkt lediglich, dass ohnehin bereits gut versorgte Haushalte noch besser versorgt werden können. Damit käme es im ländlichen Raum zu einer weiteren Zerstückelung in wirtschaftliche und nicht wirtschaftliche Gebiete. Wir sind gegen eine derartige Rosinenpickerei. Was wir aber benötigen, ist ein möglichst flächendeckender Glasfaserausbau“, sagten die Präsidenten beider Verbände, Reinhard Sager und der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Sager verwies auch auf die Glasfaser-Planung in Ostholstein. Mit dieser Technologie solle gesichert werden, dass Wohnen und Arbeiten hier attraktiv bleibe; diese Zukunftsaufgabe müsse aber für die Kommunen auch finanzierbar bleiben. Sager: „Es sind gerade die Kommunen und ihre Unternehmen, die den flächendeckenden Ausbau in ihrem Versorgungsgebiet vorantreiben.“

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erstellt am 13.Mär.2015 | 15:00 Uhr

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