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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 13:36 Uhr

Sager fordert mehr Geld für Lärmschutz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kritik vor Beschluss über Bundesverkehrswegeplan

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager fürchtet um einen ausreichenden Lärmschutz an der Hinterlandanbindung der geplanten Festen Fehmarnbeltquerung. „Es ist zu begrüßen, dass die Schienenanbindung in Ostholstein einschließlich einer neuen Fehmarnsundquerung im Bundesverkehrswegeplan mit rund 1,5 Milliarden Euro eingepreist ist“, erklärte Sager. Diese Summe werde jedoch nicht ausreichen, um einen qualifizierten Lärmschutz entlang der Strecke zu verwirklichen. „Hier muss im Interesse der Bürgerinnen und Bürger deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden“, forderte der Landrat. Heute will das Bundeskabinett über den Verkehrswegeplan beschließen.

Der Kreis Ostholstein habe bereits in seiner Stellungnahme zu dem neuen Plan mehr
Transparenz hinsichtlich der Kosten angemahnt. Es sei bislang nicht erkennbar, welcher Kostenanteil für eine neue Querung des Fehmarnsunds veranschlagt sei. Die Spannbreite der noch diskutierten Varianten reiche bis hin zu 650 Millionen Euro für einen Bohrtunnel. Sollte dieser realisiert werden, stünde für die gesamte Schienenstrecke zu wenig Geld zur Verfügung.

„Wir fordern einen bestmöglichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Lärm“, betonte Sager und forderte dazu Maßnahmen, die über den gesetzlich vorgesehen Rahmen hinausgingen. Sager verwies auf eine Entscheidung des Bundestags im Januar für Güterverkehrsstrecken mit transeuropäischer Bedeutung. Für diese seien die Lärmschutzmöglichkeiten stark ausgeweitet worden. Der Beschluss habe sich auch auf entsprechend umgesetzte Maßnahmen im Rheintal bezogen. Daraufhin habe auch das Dialogforum in Ostholstein diese Vorlage erörtert und sich für mehr Lärmschutz stark gemacht.

Wie am Rheintal könnte ein Vollschutz an der gesamten Strecke verwirklicht werden. „Das wiederum bedeutet aktiven Lärmschutz, beispielsweise direkt am Gleis“, erläuterte Sager. Erst vor wenigen Tagen habe Lärmschutzexperte Christian Popp vom Lärmkontor in Hamburg über dieses Thema im Kreishaus referiert. Dabei sei es etwa um die Forderung gegangen, den Lärmschutz nicht nur passiv, etwa durch Schallschutzfenster, vorzusehen, sondern weit darüber hinaus. Auch wichtige Freiflächen wie Gärten, Parks oder Strandabschnitte müssten besonders geschützt werden, forderte Sager. Das Dialogforum diskutiere derzeit entsprechende Vorschläge. Diese würden schließlich gebündelt an den Vorhabenträger – die Deutsche Bahn – und an den Deutschen Bundestag adressiert.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 00:54 Uhr

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