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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 01:45 Uhr

Sagau: Gespräche bei Glühwein und Waffeln

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Sagauer verkürzen sich wieder die Adventszeit mit abendlichen Treffen bei wärmenden Getränken am Feuerkorb. 18 Mal öffnet jeweils eine Familie im Dorf im übertragenen Sinne ein Türchen des Adventskalenders, indem sie die übrigen Einwohner zu einem Klönschnack in den Garten oder das Carport einlädt.

Dienstag, zum Nikolaustag, hatte Familie Schütt eingeladen. „Weihnachtsgeschichte“ stand verheißungsvoll auf der Tür. Ein paar Tage zuvor beim Dörpsvereen hatte es für den herzhaften Geschmack Kartoffelsuppe gegeben und für jene, die süßG bevorzugen, eine Fliederbeersuppe. Löffel und Teller bringt der Gast einfach mit, ebenso wie den Becher für den Punsch oder Glühwein. „So verteilt sich die Arbeit auf viele Hände“, lacht Andrea Schümann, die mit Partner Jens Hasse zum zweiten mal die Organisation der Nachbarschaftsaktion übernommen hat. Für Susanne Schütt blieb noch genug zu tun. Sie hatte einen großen Topf Früchtepunsch parat und backte ohne Unterlass frische Waffeln, die keine Chance hatten, kalt zu werden. Für die Kinder war Stockbrot vorbereitet, das Sohn Johannes verteilte. Noch am Nachmittag hatte die Gastgeberin besorgt zum regnerischen Himmel geblickt. „Ich dachte, es kommt keiner und ich bleibe auf allem sitzen,“ verriet sie ihren Gästen. „Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es für alle reicht“ lautete dann bei rund 35 Nachbarn im Garten eine andere Sorge. Unbegründet, denn auch das ist eine Regel des Adventskalenders: Wenn alle, dann alle. Es soll auch kein Wettbewerb entstehen, wer die größte Überraschung vorbereitet oder dem meisten Lichter entfacht. Ziel ist das Beisammensein bei Gesprächen, die in der Hektik des Alltags selbst über den Gartenzaun auf der Strecke bleiben.

Die Überraschung, die Susanne Schütt vorbereitet hatte, war eine außergewöhnliche und zum Nachdenken anregende Weihnachtsgeschichte aus New York im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das in Armut lebende Paar Della und James Dillingham geben ihren jeweils größten Schatz weg, um dem anderen ein besonderes Geschenk zu machen: James verkauft seine Taschenuhr, für die ihm Della eine wertvolle Kette schenkt. Sie opfert ihre Haarpracht für Perückenmacherin und bekommt von James aus dem Verkauf der Taschenuhr ein wertvolles Kamm-Set. Beide besinnen sich darauf, mit der Liebe zueinander den größten Schatz zu haben.

In den zwei Wochen bis zum Fest können die Sagauer nur noch an zwei Tagen verschnaufen. An allen übrigen öffnet sich ein Kalendertürchen. Abschluss des Adventskalenders soll am Heiligabend wieder ein Weihnachtsfrühstück im Feuerwehrhaus sein. Dazu waren im vergangenen Jahr rund 40 Nachbarn zusammengekommen. Zur Teilnahme ist eine Anmeldung beim Wehrführer Martin Stahl oder bei Jens Hasse (Tel. 04528/8699007) erforderlich.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 10:51 Uhr

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