Binnenfischer und Teichwirte : Sabine Schwarten bleibt Chefin

Das Führungsduo der Binnenfischer und Teichwirte im Land: die Vorsitzende Sabine Schwarten und ihr Stellvertreter Dietrich Ebeling aus Waldhütten.  Foto: Michael Kuhr
Das Führungsduo der Binnenfischer und Teichwirte im Land: die Vorsitzende Sabine Schwarten und ihr Stellvertreter Dietrich Ebeling aus Waldhütten. Foto: Michael Kuhr

Die Binnenfischer und Teichwirte aus Schleswig-Holstein "tanzen" auch weiterhin nach der Pfeife einer Frau.

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13. März 2012, 12:32 Uhr

Rathjensdorf | Sie haben die Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten gestern erneut zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter bleibt Dietrich Ebeling aus Waldhütten. Für den ausgeschiedenen Michael Both-stede aus Grambek wurde Thilo Kortmann aus Hohenwestedt neu in den Vorstand gewählt.

Sabine Schwarten klagte über sich immer weiter verschlechternde Bedingungen für die Binnen- und Teichfischerei: "Wir haben den Eindruck, man will uns am langen Arm verhungern lassen." Die Binnenfischer hätten schon immer nachhaltig und schonend gewirtschaftet. Dennoch seien 80 Prozent der Betriebe nicht mehr da. Sabine Schwarten habe den Eindruck, dass vor allen Dingen durch die europäische Politik die Binnenfischerei abgeschafft werden solle.
Kormorane besonders am Kellersee schädlich

Seit vielen Jahren schon beschäftigten die Kormorane die Fischer. Dem Wunsch nach einem ganzjährigen Abschuss von Jungvögeln auf Teichwirtschaften sei die Politik nicht nachgekommen. Der Empfehlung, Ausnahmeanträge zu stellen, sei gefolgt worden - jedoch auch ohne Erfolg für die Fischer, die die Kormorane für wirtschaftliche Verluste in ihren Betrieben verantwortlich machen. Besonders der Kellersee von Helmut Schwarten sei in Mitleidenschaft gezogen. Die von Helmut Schwarten genannten Kormoran-Zahlen würden in der Fischereiverwaltung vom Kreis Ostholstein bis hin zum Land offensichtlich nicht geglaubt.

Die Europaabgeordnete Ulrike Rodust (SPD) will helfen, dass die von den Binnenfischern und Teichwirten erbrachten Leistung im Bereich der Umwelt auch finanziell honoriert wird. Davor, so räumte sie ein, werde es allerdings schwierige Verhandlungen geben. Die SPD-Politikerin sprach sich für die Schaffung von EU-Verordnungen aus, die auch künftige Generationen von Fischern erhalten. Verbindliches Ziel müsse die Nachhaltigkeit sein.
"Wir drehen uns seit Jahren im Kreis"

Der fischereipolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bernd Schröder, sprach über das neue Landesfischereigesetz als Kompromiss mit FDP-Handschrift. Ihm selbst gefalle das Gesetz nicht. Schröder sprach sich für einen Fischereibeauftragten im Landtag aus. Carsten-Peter Brodersen (FDP) em-pfahl den Fischern eine Einflussnahme durch die noch ausstehende Durchführungsverordnung. Jörg Nickel (Grüne) lobte die Hege und Pflege der Binnenfischer und Teichwirte, die intakte Ökosysteme als Arbeitsgrundlage benötigten.

Detelf Christian, Abteilungsleiter im Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ländliche Räume, griff auch die Kormoran-Problematik auf: "Die meisten Brutvögel der Kormorane leben im Westen Schleswig-Holsteins." Das Problem seien die durchziehenden Vögel. Deshalb forderte Christian ein überregionales Management. Und beim Kellersee sei ein Monitoring geplant gewesen. Das sei aber nicht für das ganze Land gültig. Deshalb werde dafür auch kein Geld ausgegeben.

"In Schleswig-Holstein sollte man in die Bestände der Kormorane eingreifen", empfahl Dr. Dieter Bohn, Geschäftsführer des Landessportfischerverbandes. Nur so sei eine Population zu verhindern. "Wir drehen uns seit Jahren im Kreis und schieben das Problem immer weiter", weiß Bohn aus 13-jähriger Kormoran-Erfahrung. Er forderte endlich Entscheidungen von der Politik.

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